Bahnstrecke Montluçon–Gouttières

Montluçon–Gouttières
Michélin-Schienenbus im Bahnhof des Kurortes Néris-les-Bains, um 1930
Streckennummer (SNCF):708 000
Kursbuchstrecke (SNCF):120
Streckenlänge:44,6 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: Montluçon → Gouttières: 25‰
Gouttières → Montluçon: 33 
Bahnstrecke Bourges–Miécaze von Bourges
Bahnstrecke Montluçon–Saint-Sulpice-Laurière
von Saint-Sulpice-Laurière
327,3 Cher (100 m)
327,6 Montluçon-Ville 207 m
328,4 Bahnstrecke Montluçon–Moulins
nach Moulins-sur-Allier (Abwz. Eygurande)
Bahnstrecke Bourges–Miécaze
nach Miécaze über Eygurande-Merlines
D 2144 (ehem. N 143)
332,7 Sainte-Agathe (165m)
334,0 Perassier (215m)
~334,5 D 2144 (ehem. N 143; gemauerte Brücke
über die Avenue du Général de Gaulle)
334,8 Viaduc des Arcades (133m)
335,0 Viaduc de Néris (113m)
335,4 Néris-les-Bains 348 m
339,9 Durdat-Larequille 450 m
~341,6 D 1089 (ehem. N 689)
345,5 Terjat 515 m
~350,0 Tartasse
~345,7 D 1089 (ehem. N 689)
S.E. von Commentry (Meterspur; 1891–1932)
351,9 Marcillat 490 m
~352,9 D 1089 (ehem. N 689)
~354,1 Bouron
~354,5 D 1089 (ehem. N 689)
355,6 Saint-Fargeol 478 m
~356,9 Grenze Département Allier / Puy-de-Dôme
~360,9 D 1089 (ehem. N 689)
360,9 Pionsat 549 m
~361,7 D 988 (ehem. N 688)
364,8 Viaduc sur la Cellette (122 m) 614 m
367,5 Tunnel des Bouchauds (585 m) 697 m
Bahnstrecke Lapeyrouse–Volvic von Lapeyrouse
372,2
378,9
Gouttières 658 m
Bahnstrecke Lapeyrouse–Volvic nach Volvic

Kilometrierung von Paris-Austerlitz über Vierzon

Die Bahnstrecke Montluçon–Gouttières war eine 44,6 km lange, eingleisige Eisenbahnstrecke in den Départements Allier und Puy-de-Dôme in Zentralfrankreich. Sie stand unter der Verwaltung der SNCF, wurde 1969 stillgelegt und ist seit dem 14. Januar 1972 entwidmet. Sie verband in Nord-Süd-Richtung den wichtigen Eisenbahnknoten der Industriestadt Montluçon mit der Bahnstrecke Lapeyrouse–Volvic. Durchgängig befahrbar war sie nur von 1931 bis 1950, gehört also zu den spät eröffneten und früh wieder geschlossenen Strecken.

Ihre kurze Betriebsdauer ist vor allem auf eine ungünstige zeitgeschichtliche Koinzidenz zurückzuführen: Zum einen wirkte sich die Weltwirtschaftskrise ab 1929 negativ auf Verkehrs- und Transportvolumen aus, zum anderen setzte ab etwa 1930 eine starke Konkurrenz durch den Omnibusverkehr ein. Kurz darauf brachte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs die Wirtschaft und den Verkehr in Unordnung; ab 1938 – insbesondere in der Nachkriegszeit – führte die Verstaatlichung der privaten Eisenbahngesellschaften zur SNCF zu einem beschleunigten Abbau unrentabler Nebenstrecken.

Geplant wurde die Strecke mit dem Ziel, eine kürzere Verbindung zwischen Montluçon und Clermont-Ferrand herzustellen als über die bis dahin bestehenden Routen. Ein weiteres wichtiges Motiv war die Anbindung des Kurorts Néris-les-Bains, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark an Bedeutung gewonnen hatte. Zudem war die Strecke für den Abtransport von Kohle aus dem Bassin houiller de Gouttières–Pontaumur vorgesehen. Sie war die letzte von der Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (P.O.) fertiggestellte Strecke.

  1. 1 2 Ligne de Montluçon à Gouttières. Auf: Lignes oublieées, 4. Dezember 2011
  2. Carnet de profils et schémas. SNCF. Région du sud-ouest, 1958, Blatt 120.