Balkanologie
Die Balkanologie (auch Südosteuropastudien) ist eine Teilwissenschaft der Europäischen Ethnologie (Volkskunde) und der Sprachwissenschaft, „deren Ziel es ist, die Kulturen auf der Balkanhalbinsel in ihren sprachlichen und außersprachlichen Manifestationen ethnien- und sprachfamilienübergreifend, vergleichend und interdisziplinär-integrativ zu untersuchen“. Sie zählt zu den Regionalwissenschaften.
Beim Vergleich der Sprachen auf dem Balkan fallen strukturelle Ähnlichkeiten der genealogisch unterschiedlichen Familien (Slawisch, Romanisch, Griechisch, Albanisch, Romani) angehörenden Sprachen auf. Beispielsweise wird der Infinitiv im Bulgarischen, Rumänischen und Griechischen durch eine Art Nebensatzkonstruktion wiedergegeben, dt. etwa ‚Ich-will, dass ich-gehe‘ für ‚Ich will gehen‘. Die Erforschung solcher gegenseitiger Sprachbeeinflussung (Substrat-, Superstrat- bzw. Adstrat-Wirkung) am Beispiel der Balkansprachen ist auch von großer Bedeutung für die allgemeine Linguistik.
- ↑ Zeitschrift für Balkanologie. uni-jena.de, archiviert vom am 21. März 2011; abgerufen am 7. Juni 2011.