Balla d’oro
Als Balla d’oro wurde ein Ritual im Venedig des 14. bis 18. Jahrhunderts bezeichnet, bei dem jeder fünfte der mindestens achtzehnjährigen adligen Männer in einem Losverfahren den Zugang zum Großen Rat erhalten konnte, ein Zugang, der normalerweise erst ab dem 25. Geburtstag möglich war. Er erfolgte durch dieses Ritual früher, allerdings frühestens im Alter von 20 Jahren. Die Namen der Zugänge in das Zentralgremium wurden in eigens dazu zusammengestellten Büchern registriert, die wiederum von den Avogadori di Comun geführt wurden. Ein Gesetz aus dem Jahr 1414 hatte dieses Ritual in seinen Einzelbestimmungen fixiert. Ein solches Ritual bestand seit 1319.
- ↑ Ludivine Olard: La perversion d'un rite de passage. La Balla d'oro a Venise (XVe-XVIe siècles), in: Studi Veneziani (2005) 1–25, hier: S. 1.