Ballistische Rakete

Eine ballistische Rakete (englisch ballistic missile) ist eine in der Regel militärische Rakete, die ein Bodenziel auf einer Flugbahn gemäß den Gesetzen der Ballistik erreicht. Bei nicht zu großer Gipfelhöhe entspricht ihre Flugbahn im Wesentlichen der eines Geschosses, einer Wurfparabel. Anders als reaktive Artilleriegeschosse, wie beispielsweise die aus Raketenwerfern verschossenen, sind ballistische Raketen wegen ihrer großen Reichweiten generell gelenkt. Im Unterschied zu Marschflugkörpern und Lenkwaffen besitzen ballistische Raketen kein Tragwerk und kein Marschtriebwerk, sondern werden nur in der Start- und Mittelphase von einem Raketentriebwerk angetrieben, um sie auf die zum Erreichen des Ziels nötige Geschwindigkeit zu bringen. Nach Abbrennen des Treibstoffes bewegt sich die Rakete ohne eigenen Antrieb ähnlich wie eine Granate.

Gestartet werden ballistische Raketen von festen Vorrichtungen oder Strukturen (s. Raketensilos) oder auch mobilen Fahrzeugen (s. Starterfahrzeuge). Bei Raketen größerer Reichweite ist der Startwinkel meist senkrecht und wird erst später in die Zielrichtung umgelenkt, um den Einfluss des Luftwiderstands zu verringern. Die Abwehr von ballistischen Raketen, auch früher bekannt als Anti-ballistische Raketenabwehr, ist ein weiteres Fachgebiet der Wehrtechnik und seit den 1960er Jahren Thema der nationalen Sicherheitspolitik, speziell der USA.