Barocktheater

Im Barocktheater bildete sich der noch heute prototypische Aufbau von Bühne, Zuschauerraum und Theatergebäude heraus. Es ist eng verbunden mit dem Repräsentationsbedürfnis des europäischen Hofstaats, zeichnet sich durch eine scharfe Trennung zwischen Tragödie und Komödie aus und bevorzugt mythologische oder historische Stoffe aus der Antike. Die Illusion der Tiefe war das zentrale Element der Technik hinter den Aufführungen. Darüber hinaus wurde der möglichst schnelle und reibungslose Wechsel zwischen vielen verschiedenen Bühnenbildern/Schauplätzen des Dramas zu einem zentralen Bestandteil der Theatertechnik. Im Gegensatz zu den antiken Dramen, welche die Theater der Renaissance bestimmt hatten, verlangte das Barocktheater – und insbesondere auch die entstehende Oper – oft nach einer bunten Vielfalt an Schauplätzen, die mit prächtigen Bühnendekorationen dargestellt werden sollten.

Das Freilufttheater ist eine Theateranlage bei der sich Zuschauerraum und Bühne unter freiem Himmel befinden. Von der europäischen Antike bis zum Mittelalter fand Theaterspiel grundsätzlich im Freien statt. Bei einigen Schlossanlagen des Barocks haben sich bis heute speziell als solche Spielorte angelegten Natur-Theater mit Hecken als Seitenkulissen erhalten (Hannover, Schwetzingen).

Ausgehend von Italien und gefördert durch die zunehmende Popularität der Oper breitete sich das Barocktheater seit dem 17. Jahrhundert in ganz Europa aus. Die französische Klassik bereicherte es mit Schauspielen und Balletten. Das Hoftheater hatte politische und gesellschaftliche Bedeutung: Die Auftritte der Schauspieler auf der Bühne entsprachen den öffentlichen Auftritten der Adligen. Sie wurden auch als Ballsaal genutzt.