Basalmembran
Als Basalmembran bezeichnet man eine lichtmikroskopisch erkennbare Schicht retikulärer, argyrophiler Fibrillen und Fasern, die infolge ihres Gehaltes an Glykoproteinen PAS-positiv ist. Epithelien, Endothelien und Gliazellverbände sind mit einer Basalmembran vom bindegewebigen Stroma abgegrenzt und zugleich daran verankert; Fett- und Muskelzellen sind ganz davon umhüllt.
Elektronenmikroskopisch lässt sich die Basalmembran in Schichten gliedern:
- Die Basallamina liegt der Zelle unmittelbar an und wird nach ihrer Elektronendurchlässigkeit weiter unterteilt in
- die Lamina rara / lucida und
- die Lamina densa.
- Die Lamina fibroreticularis geht ohne klare Grenze ins Bindegewebe über.
Die Lamina densa hat eine Dicke von meist 20 -120 nm, während die gesamte Basalmembran 50 -150 nm dick ist. Die Lamina fibroreticularis besitzt eine Dicke von zirka 0,5 -1 μm hat. In verschiedenen Geweben gibt es strukturelle Unterschiede in der Zusammensetzung der Basalmembranen, die an die jeweiligen Anforderungen des Epithels angepasst sind. Vor allem kann hier die Zusammensetzung der Laminine stark variieren.
Die Malignität vieler Karzinome ist unter anderem auch dadurch gekennzeichnet, dass die entarteten Zellen dazu in der Lage sind, Basalmembranen – vornehmlich durch Matrix-Metalloproteasen (MMP) – enzymatisch zu zersetzen. Eine Invasion und Metastasierung der Tumorzellen in benachbarte Gewebe wird dadurch oftmals erst möglich.
Zu den Aufgaben der Basalmembran zählen verschiedene Aktivitäten, wie Proliferation und Differenzierung von Zellen sowie deren Funktionen. Ohne die Verbindung des Epithels zur Basalmembran könnte dieses nicht überleben, da die Basalmembran Einfluss auf Architektur Polarität und Funktion des Epithels hat. Ein Merkmal von Karzinomen ist, dass diese ohne Kontakt zu Basalmembran überleben können.
- ↑ Basalmembran: Aufbau, Funktion und Erkrankungen. Abgerufen am 29. November 2024.
- ↑ Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie. Thieme, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-13-129244-5, S. 132.
- 1 2 3 4 5 Taschenatlas Histologie. In: Taschenatlas Histologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-13-242529-3, S. 160–167.
- ↑ U. Welsch: Zytologie und Histologie. In: Springer-Lehrbuch. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-437-43123-4, S. 34–42.