Bedingtes Entstehen
Das bedingte Entstehen oder Entstehen in Abhängigkeit (Sanskrit: pratītya-samutpāda; Pali: paṭicca-samuppāda) gilt im Buddhismus als ein vom historischen Buddha entdecktes Naturgesetz. Es erklärt die Ursache des Leidens, von der die zweite der Vier edlen Wahrheiten handelt. Buddha erkannte, dass das Gesetz des bedingten Entstehens auf alle Phänomene zutrifft.
Buddhistische Texte beschreiben einerseits das allgemeine Prinzip, nach dem jede Wirkung auf Ursachen beruht und andererseits die „zwölfgliedrige Kette des bedingten Entstehens“ (Sanskrit: dvādaśa-nidāna, dvādaśâṅgaḥ pratītya-samutpādaḥ, dvādaśa-pratītya-samutpāda) zur Darstellung seiner praktischen Auswirkungen.
Die Kette zeigt einen Kreislauf von wesentlichen Prozessen, die sich gegenseitig bedingen. Es gibt Interpretationen, nach denen die zwölfgliedrige Kette des bedingten Entstehens zeigt, wie es zur leidhaften Kette der Wiedergeburten kommt und wie sie aufzuheben ist. Nach anderen Interpretationen zeigt die Kette, wie die Identifikation mit einem vermeintlich permanenten Selbst entsteht und dass sie eine fundamentale Täuschung ist. Das Festhalten an dieser Täuschung wird als Ursache des Leidens identifiziert.