Begleitgas

Begleitgas (vollständig auch Erdölbegleitgas) ist ein fossiles Brenngas, das bei der Erdölgewinnung aus den Erdölbohrungen und dem Schicht-Erdöl bei der Entgasung entweicht. Je nach Förderungsgebiet erhält man von einer Tonne Erdöl 25 bis 800 m³ Gas.

Da das Begleitgas nur mit Schwierigkeiten verarbeitet oder transportiert werden kann, wird es oft abgefackelt oder zur Druckerhaltung wieder in die Lagerstätte eingepresst. Trotz internationaler Bemühungen sind die Mengen von abgefackeltem Begleitgas weiterhin auf langjährig hohem Niveau. In von der Internationalen Energieagentur zitierten offiziellen russischen Angaben wurden von den in Russland jährlich anfallenden 56 Mrd. Erdöl-Begleitgas 15 Mrd. m³ abgefackelt. Die Global Gas Flaring Reduction Partnership (GGFR) gab nach Auswertung von Satellitendaten bekannt, dass 2011 weltweit 140 Milliarden Kubikmeter Erdölbegleitgas abgefackelt und abgeblasen worden, was rund 4,2 Prozent der globalen Erdgasförderung entspricht. Während in Norwegen die Begleitgase nur noch in Ausnahmefällen abgefackelt werden dürfen und zusätzlich besteuert werden, wird beispielsweise in Russland und Nigeria Begleitgas in großem Maße unkontrolliert abgefackelt.

  1. 1 2 Spiegel online, 22. September 2012: Erdgas - In den Wind geblasen, aufgerufen am 7. Januar 2017
  2. Wiss. Dienst des Dt. Bundestages, Infobrief, 8. November 2012: Das Abfackeln (gas flaring) und Ablassen (gas venting) von Begleitgasen bei der Erdölförderung, PDF, aufgerufen am 8. Januar 2017
  3. Stefan Schroeter: Russische Wege zu mehr Energieeffizienz. Erdöl-Begleitgas wird oft abgefackelt. In: stefanschroeter.com. 10. Dezember 2008, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 26. Februar 2022.
  4. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), November 2013: Nutzen statt Abfackeln von Erdölbegleitgas, aufgerufen am 8. Januar 2017