Beizen

Unter Beizen (von mittelhochdeutsch beizen und beitzen ‚beizen‘, ‚mürbe machen‘, ‚einweichen‘, ‚Vögel mit Falken jagen‘, von althochdeutsch beizen und beizzen ‚beißen machen‘, Bewirkungswort zu bīzzan ‚beißen‘) versteht man im technischen Bereich die Behandlung fester Körper zur Veränderung der Oberfläche mithilfe einer Beize oder eines Beizmittels. Je nach Zusammenhang und Fachgebiet können dabei ganz unterschiedliche Vorgänge gemeint sein. Gemeinsam ist ihnen, dass das Beizmittel entweder in die Oberfläche einzieht oder chemisch mit dieser reagiert und dass dabei zwar starke optische Veränderungen eintreten können, aber in der Regel keine Beschichtung auf dem Werkstück gebildet wird.

Eine Beizung kann u. a. zum Schutz der Oberfläche gegen Oxidation (bei Metall) oder Schimmel (bei Holz und Geweben) dienen, aber auch zur Färbung der Oberfläche.

Ein Abbeizmittel ist meist eine Lauge, die zum Ablösen von Farbschichten verwendet wird.

  1. Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 384.
  2. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage, hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 63.