Bekleiden von Bildwerken

Unsere Liebe Frau de los Angustias des Bildhauers Gabriel de Astorga in der Kathedrale von La Laguna
im Jahreskreis

Den Brauch, Heiligenfiguren mit Textilien zu bekleiden, scheint es schon zur Zeit der Gotik gegeben zu haben. Die Skulpturen hatten voll durchmodellierte und farbig gefasste Bekleidung, die dann meist durch Mäntel aus Textilien, die um die Skulpturen gelegt wurden, verdeckt waren. Diese Schmückung der Figuren war häufig auf bestimmte Feiertage begrenzt. Während im nördlichen Europa solche bekleideten Skulpturen heute eher eine Ausnahme bilden, sind sie im Bereich der spanischen Kultur sehr verbreitet. Dabei handelt es sich in vielen Fällen nicht um voll ausgearbeitete Skulpturen, sondern um Figuren, bei denen von vornherein eine Bekleidung vorgesehen war.

  1. Hans Wenzel: Artikel Bekleiden von Bildwerken (Heiligenfiguren und Gnadenbilder in Gewändern). In: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte. Band 2, Stuttgart 1938, ISBN 978-3-406-14002-0, Sp. 219–226.