Belagerung von Sarajevo

Die Belagerung der Stadt Sarajevo durch die Armee der bosnischen Serben (VRS), Einheiten der verbliebenen jugoslawischen Bundesarmee und Paramilitärs war eines der zentralen Ereignisse im Bosnienkrieg. Sie folgte der Unabhängigkeitserklärung des Staates Bosnien und Herzegowina mit seiner Hauptstadt Sarajevo von Jugoslawien.

Sie begann mit der Einnahme des internationalen Flughafens im Vorort Ilidža durch die Jugoslawische Volksarmee in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1992 und endete am 29. Februar 1996 durch das Eingreifen westlicher Staaten. Bosnische Serben umschlossen und blockierten die Stadt entlang der umgebenden Hügel mit etwa 13.000 Soldaten. Von dort griffen sie mit Artillerie, Panzern, Handwaffen und im Durchschnitt 300 Granaten pro Tag an, mindestens 500.000 Bomben gingen auf die Stadt nieder. Sie war mit 1425 Tagen die längste Belagerung im 20. Jahrhundert. Die Luftbrücke, die zur Versorgung von Hunderttausenden eingeschlossenen Menschen aufrechterhalten wurde, dauerte länger als die Berliner Luftbrücke.

Während der Belagerung wurden nach Schätzungen etwa 11.000 Menschen (darunter 1600 Kinder) getötet und 56.000 teilweise schwer verletzt.

  1. J-L. Maillot: Annex VI : Study of the battle and siege of Sarajevo (part 1/10). Archiviert vom Original am 22. Februar 2001; abgerufen am 21. Februar 2026.
  2. The Siege of Sarajevo: 'The blood of children has a different texture on white snow' - a survivor speaks, 20 years on. 9. Juli 2015, abgerufen am 21. Februar 2026 (englisch).
  3. Srećko Latal: "Bosnian Army Says Battle for Sarajevo Will Last Months". In: Associated Press. Srećko Latal, 25. Juni 1995, abgerufen am 9. Februar 2013.
  4. Tita C. Valderama: The 'inexhaustible well' of Sarajevo. 8. Juli 2024, abgerufen am 21. Februar 2026 (englisch).
  5. Serb general Dragomir Milosevic convicted over Sarajevo siege - Times Online. Archiviert vom Original am 3. September 2011; abgerufen am 21. Februar 2026 (englisch).
  6. Abschließender Bericht der Vereinten Nationen (Memento vom 2. März 2014 im Internet Archive) abgerufen am 15. März 2011