Berliner Tageblatt

Das Berliner Tageblatt (BT) war von 1872 bis 1939 eine überregionale Tageszeitung im Deutschen Reich. Die vollständige Bezeichnung lautete: Berliner Tageblatt und Handelszeitung. Von Rudolf Mosse gegründet, richtete sich das Blatt an ein Massenpublikum und entwickelte sich als auflagenstärkste Zeitung im Deutschen Kaiserreich zu einem Leitmedium. Während der Weimarer Republik vertrat das Berliner Tageblatt eine linksliberale Linie und wurde als nichtoffizielle Parteizeitung der Deutschen Demokratischen Partei wahrgenommen, womit ein deutlicher Rückgang der Auflage verbunden war. 1933 erfolgte die Gleichschaltung und 1937 zur Abwicklung die Eingliederung in den Deutschen Verlag. Die Zeitung besaß Redaktionsbüros in mehreren Städten im In- und Ausland. Der Hauptsitz befand sich im Mossehaus in der Jerusalemer Straße 46–49 in Berlin.

  1. Detlef Lehnert: Die „Erfolgsspirale“ der Ungleichzeitigkeit: Bewertungsmuster der NSDAP-Wahlergebnisse in der Berliner und Wiener Tagespresse. Springer-Verlag, 2013, S. 30.
  2. Rüdiger Graf: Die Zukunft der Weimarer Republik: Krisen und Zukunftsaneignungen in Deutschland 1918–1933. Oldenbourg Verlag, 2008, S. 48–49.
  3. Karsten Schilling: Das zerstörte Erbe: Berliner Zeitungen der Weimarer Republik im Portrait. Dissertation. Books on Demand, Norderstedt 2011, S. 214 f.