Bestreitbarer Markt
Bestreitbarer Markt (englisch contestable market) bezeichnet in der Mikroökonomie einen Markt, der für einen potenziellen Konkurrenten zugänglich ist, also wo ein Markteintritt möglich ist.
Wenn der neue Konkurrent bei Markteintritt keine versunkenen Kosten und direkt die gleichen Produktionskosten wie der etablierte Anbieter hat, so liegt perfekte Bestreitbarkeit vor. Je höher die versunkenen Kosten und Produktionskostenunterschiede zwischen Etabliertem und potenziellem Konkurrenten, desto geringer ist die Bestreitbarkeit eines Marktes.
Die Bestreitbarkeit eines Marktes ist effektiv, um auf Märkten mit einem hohen Maß an Subadditivität die Marktmacht des etablierten Anbieters einzuschränken. Jedoch ist die Theorie bestreitbarer Märkte auch auf Märkte ohne Subadditivität anwendbar. Je stärker die Bestreitbarkeit eines Marktes, umso eher setzt der natürliche Monopolist den Preis derart, dass er die gesamten anfallenden Kosten gerade deckt. Bei perfekter Bestreitbarkeit wird first-best bzw. bei Subadditivität second-best erreicht. Die Aussage der Theorie der bestreitbaren Märkte besteht darin, dass nicht nur die tatsächliche, sondern auch die potenzielle Konkurrenz das Verhalten des Anbieters beeinflusst.
- 1 2 Michael Fritsch: Marktversagen und Wirtschaftspolitik. 8. Auflage. Vahlen, München 2011, ISBN 978-3-8006-3807-9, S. 182, 183, 184, 190, 191, 192, 196.
- ↑ Joachim Weimann: Wirtschaftspolitik, Allokation und kollektive Entscheidungen. 3. Auflage. Springer, Magdeburg 2003, ISBN 3-540-01273-7, S. 334.