Anästhesie
Anästhesie (von altgriechisch ἀναισθησία anaisthesía „Empfindungslosigkeit, Unempfindlichkeit“) ist in der Medizin ein (meist von einem Arzt bewirkter) reversibler Zustand der Empfindungslosigkeit, meist zum Zweck einer operativen oder diagnostischen Maßnahme, und zugleich das auch als Betäubung bezeichnete medizinische Verfahren, um diesen Zustand der (reversiblen) Unempfindlichkeit des Nervensystems herbeizuführen.
Die Anästhesie als medizinische Fachdisziplin ist ein Teilgebiet der Anästhesiologie, zu welcher auch die Gebiete Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin gerechnet werden.
Die modernen Anästhesieverfahren der Allgemeinanästhesie (als Inhalationsanästhesie, als intravenöse Anästhesie bzw. deren Sonderform Analgosedierung oder als balancierte Anästhesie), der Lokalanästhesie (als Oberflächenanästhesie, Regionalanästhesie oder Infiltrationsanästhesie) und der Kombinationsanästhesie haben sich im 19. Jahrhundert entwickelt. In Krankenhäusern ist die Durchführung der Anästhesie meist einem Arzt der Fachdisziplin Anästhesiologie vorbehalten. In Deutschland gilt der sogenannte Facharztstandard. Wird die Anästhesie durch einen nichtfachärztlichen Kollegen durchgeführt, so steht dieser unter Aufsicht eines Facharztes für Anästhesiologie. In der Regel steht dem Anästhesisten eine Fachpflegekraft für Anästhesie und Intensivmedizin zur Seite. Eines der Teilgebiete der Anästhesie als Disziplin ist die Kinderanästhesie.
- ↑ Vgl. auch Henry Jacob Bigelow: Insensibility during surgical operations produced by inhalation. In: The Boston Medical and Surgical Journal. Band 35, Nr. 16, 18. November 1846.
- ↑ Hans Anton Adams, Eberhard Kochs, Claude Krier: Heutige Anästhesieverfahren – Versuch einer Systematik. In: Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie. 36. Jahrgang, Nr. 5, Mai 2001, S. 262–267; auch in: Eberhard Kochs, Claude Krier, Walter Buzello, Hans Anton Adams (Hrsg.): Anästhesiologie. Band 1. Thieme, Stuttgart 2001.