Beyer von Boppard
Die Beyer von Boppard (auch Bayer von Boppard) waren ein ursprünglich in Boppard am Mittelrhein ansässiges Geschlecht, das im Spätmittelalter im Umfeld der freien Reichsstadt Boppard hervortrat und dort in unmittelbarer Nähe zum König tätig war. In dieser Phase standen Angehörige der Familie in Verbindung zu den römisch-deutschen Königen, insbesondere zu Karl IV. und später zu Sigismund, was wesentlich zu ihrem sozialen Aufstieg beitrug. Mit der Verpfändung Boppards an Kurtrier wurde die Familie in den kurtrierischen Lehnsverband eingebunden, in dessen Rahmen sie unter anderem den Königshof in Boppard als zentrales Lehen innehatte und den Titel eines Erbburggrafen führte.
Seit dem späten 14. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt der Familie nach Lothringen, wo sie durch Heiraten und Erwerbungen umfangreichen Besitz, darunter die Herrschaft Château-Bréhain, erlangte und in den landständischen Adel aufstieg. Mehrere Angehörige der Familie erreichten bedeutende geistliche Ämter, insbesondere als Bischöfe von Worms und Metz, und trugen so zur politischen Stellung der Familie im Reich bei.
Trotz dieser Verlagerung blieb die Familie weiterhin mit Boppard verbunden und behielt sowohl den Königshof als auch ihren Stammsitz, den Beyerhof, über Generationen hinweg in ihrem Besitz; zudem diente das Kloster Marienberg als Begräbnisstätte der Familie und blieb auch durch die Aufnahme weiblicher Familienangehöriger eng mit ihr verbunden.