Biblische Speisegebote
Die biblischen Speisegebote gehören zu den religiösen Speisevorschriften und lassen sich differenzieren in:
- Speisegebote im engeren Sinn: Nahrungstabus und Vorschriften über die Zubereitung erlaubter Lebensmittel;
- Reinheitsgebote: Regelungen der Art und Weise der Nahrungsaufnahme, d. h. wie sich ein Mahlteilnehmer selbst vorbereitet (etwa durch rituelle Händewaschung) und wie die bei der Mahlzeit benutzten Gefäße zu behandeln sind.
Für die jüdische Religion wie sie in der Tora bzw. im Tanach fundiert wurde, ist eine zentrale Ordnungskategorie die Unterscheidung in der „handlungsbegleiteten Welt“ durch die Begriffe „rein“ (hebräisch טהר) und „unrein“ (hebräisch טמא) begründet. Der Zustand der Reinheit ist eine Voraussetzung für die Kommunikation mit dem „Ewigen“ (JHWH).
Für das Urchristentum wurde die Befolgung der Speisegebote wegen der Mission unter Nichtjuden zu einer drängenden Frage, denn nur mit einem (Minimal-)Konsens ließ sich Tischgemeinschaft praktizieren.
- ↑ Beate Ego: Reinheit / Unreinheit / Reinigung (AT). Erstellt: April 2007, auf bibelwissenschaft.de
- ↑ Heidrun Deborah Kämper: 3. Sprache in der jüdischen Religion. In: Alexander Lasch, Wolf-Andreas Liebert (Hrsg.): Handbuch Sprache und Religion. (Handbücher Sprachwissen Bd. 18), De Gruyter, Berlin 2017, S. 69–91, auf ids-pub.bsz-bw.de hier S. 83