Bildungsjargon
Unter Bildungsjargon wird im deutschen Sprachraum meist eine betont hochsprachliche und „gekünstelte“ Form der Umgangssprache verstanden. Verwendet wird der negativ konnotierte Begriff, um Dialektsprecher und Kleinbürger zu beschreiben, die sich um eine Zugehörigkeit zum Bildungsbürgertum bemühen. Zum Jargon gehören in falschem Wortlaut oder falschem Zusammenhang verwendete Zitate, sinnleere Floskeln, Halbwissen, Neologismen und anderes, womit sich der Sprecher von der „einfachen Schicht“ abheben will.
Miriam Riediger schreibt, der Begriff Bildungsjargon wolle ausdrücken, dass sich diese Art der Sprache eines bestimmten Bereiches, in diesem Falle desjenigen der Bildung, missbräuchlich bedient und dass diejenigen Personen auf diesen Jargon zurückgreifen, die dazu im eigentlichen Sinne nicht legitimiert sind. In jedem Fall wird der Bildungsjargon mit Ernsthaftigkeit verwendet, eventuelle Fehler oder unfreiwillige Komik in der Ausdrucksweise (z. B. Malapropismus) fallen dem Sprecher nicht auf. Bildungsjargon und echte Bildungssprache können nebeneinander, u. U. sogar im selben Satz, auftreten.