Bio-Lebensmittel

Als Bio-Lebensmittel werden Lebensmittel aus der ökologischen Landwirtschaft bezeichnet. Der Begriff ist in der EU gesetzlich definiert. Diese Produkte müssen aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, dürfen nicht gentechnisch verändert sein und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm angebaut. Tierische Produkte stammen von Tieren, die artgerecht gemäß EG-Öko-Verordnung gehalten werden und in der Regel nicht mit Antibiotika und Wachstumshormonen behandelt wurden. Die Produkte sind nicht ionisierend bestrahlt und enthalten weniger Lebensmittelzusatzstoffe als nicht-ökologische (veraltet: konventionelle) Lebensmittel, dürfen aber im Ausnahmefall bis zu 5 % nicht ökologisch erzeugte Zutaten enthalten (z.B. Aromen). Mit der Einführung der aktuellen EU-Bio-Verordnung 848/2018 im Jahr 2022 ist der Einsatz nicht-ökologischer Zutaten in Bio-Lebensmitteln weiter eingeschränkt worden.

Die EG-Öko-Verordnung von 2007 definiert, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel, die als Öko-Produkte gekennzeichnet sind, hergestellt und gekennzeichnet werden müssen. Um konventionell von ökologisch hergestellten Lebensmitteln zu unterscheiden, führte Deutschland 2001 das staatlich kontrollierte Bio-Siegel ein, mit dem nur nach der EG-Öko-Verordnung hergestellte Produkte gekennzeichnet werden dürfen. Während Biokost ein Synonym für Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau ist, kann Naturkost auch konventionell produziert sein.

Erhältlich sind Bio-Lebensmittel u. a. in Hofläden, Bioläden, Reformhäusern und zunehmend im Lebensmitteleinzelhandel sowie in Supermärkten. Bei den ökologischen Anbauverbänden sind die Richtlinien zum Teil deutlich strenger als von der EG-Öko-Verordnung vorgeschrieben. Bio-Lebensmittel sind grundsätzlich umweltfreundlicher als konventionell erzeugte.

  1. Quelle: Europäische Kommission Verbraucherinfo zum EU-Bio-Logo (Memento vom 6. November 2011 im Internet Archive).
  2. Katrin Blawat: Lebensmittel - Wie zuverlässig sind Ökobilanzen? In: sueddeutsche.de. 4. März 2014, abgerufen am 25. Oktober 2022.