Bipolare Störung
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| F31 | Bipolare affektive Störung |
| F31.0 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode |
| F31.1 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische Symptome |
| F31.2 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen |
| F31.3 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige depressive Episode |
| F31.4 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome |
| F31.5 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen |
| F31.6 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig gemischte Episode |
| F31.7 | Bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert |
| F31.8 | Sonstige bipolare affektive Störungen |
| F31.9 | Bipolare affektive Störung, nicht näher bezeichnet |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| 6A60 | Bipolare Störung Typ I |
| 6A61 | Bipolare Störung Typ II |
| 6A6Y | Sonstige näher bezeichnete bipolare oder verwandte Störungen |
| 6A6Z | Bipolare oder verwandte Störungen, nicht näher bezeichnet |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Bipolare Störung ist die Kurzbezeichnung für bipolare affektive Störung (BAS), eine psychische Erkrankung, die zu den affektiven Störungen (Stimmungsstörungen) zählt.
Die Krankheit zeichnet sich durch extreme, zweipolige (= bipolare) Schwankungen, die Stimmung, Antrieb, Denken, Handeln und Aktivitätsgrade betreffen, aus. Diese Auslenkungen treten phasenhaft auf und reichen weit über das Normalniveau hinaus. Die Betroffenen pendeln dabei zwischen Depression und Hypomanie bzw. Manie, ohne diese Wechsel willentlich kontrollieren zu können, weswegen man die Erkrankung früher auch als manisch-depressive Erkrankung oder manische Depression bezeichnete. In gemischten Phasen können Symptome beider Zustände zugleich auftreten. Die Manie umfasst ein intensives Hochgefühl sowie eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Schlaf wird häufig als Zeitverschwendung gesehen, da er den Tatendrang unterbricht. Diese Episoden zeichnen sich ebenfalls durch eine hohe Risikobereitschaft aus. Die Depression umfasst Symptome der Antriebslosigkeit, Interessenverlust sowie gedrückte Stimmung. Die Erkrankung betrifft 0,2–5 % der Weltbevölkerung.
Zwischen den akuten Krankheitsepisoden kann es je nach Verlaufsform mehr oder weniger lange Zeitabschnitte, d. h. Tage, Monate bis Jahre geben, in denen die Betroffenen keinerlei Beschwerden haben. Antrieb und Gefühlsleben unterliegen dann wieder den „normalen“ Schwankungen. BAS treten in unterschiedlichen Schweregraden auf. Mögliche negative soziale Folgen der Störung für den Betroffenen können jedoch sehr schwerwiegend sein.
In Abhängigkeit vom Verlauf kann bei frühzeitigem Erkennen der Störung durch eine Behandlung eine Stabilisierung erzielt werden. Neben dem Einsatz von Medikamenten wird als Ergänzung, jedoch nicht als Alternative, Psychotherapie empfohlen.
Bipolare Störungen zählen weltweit zu den Krankheiten, die häufig mit weitreichenden, krankheitsbedingten Einschränkungen der Lebensführung (u. a. Krankheitslast, Komorbidität, erhöhtes Suizidrisiko) verbunden sind.
- ↑ Manische Depression beeinträchtigt Gedächtnis. uni-frankfurt.de.
- 1 2 Michael Bauer, Emanuel Severus, Gerd Laux: Bipolare affektive Störungen. In: Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie. Springer, Berlin/Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-49293-2, S. 1819–1854, doi:10.1007/978-3-662-49295-6_68.
- ↑ Franz Caspar, Irena Pjanic, Stefan Westermann: Depression und bipolare Störungen. In: Klinische Psychologie. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-531-17076-3, S. 55–63, doi:10.1007/978-3-531-93317-7_5.
- ↑ Peter Dome, Zoltan Rihmer, Xenia Gonda: Suicide Risk in Bipolar Disorder: A Brief Review. In: Medicina. Band 55, Nr. 8, 24. Juli 2019, S. 403, doi:10.3390/medicina55080403.
- ↑ Kevin S. O’Connell, Brandon J. Coombes: Genetic contributions to bipolar disorder: current status and future directions. In: Psychological Medicine. 51. Jahrgang, Nr. 13, Oktober 2021, S. 2156–2167, S. 2156, doi:10.1017/S0033291721001252 (englisch, cambridge.org [abgerufen am 4. Juli 2024]).
- ↑
- ↑ Global, regional, and national burden of 12 mental disorders in 204 countries and territories, 1990–2019: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2019. In: The Lancet Psychiatry. Band 9, Nr. 2, Februar 2022, S. 137–150, doi:10.1016/S2215-0366(21)00395-3, PMID 35026139, PMC 8776563 (freier Volltext) – (elsevier.com [abgerufen am 27. Dezember 2024]).
- ↑ Joe Kwun Nam Chan, CoCo Ho Yi Tong, Corine Sau Man Wong, Eric Yu Hai Chen, Wing Chung Chang: Life expectancy and years of potential life lost in bipolar disorder: systematic review and meta-analysis. In: The British Journal of Psychiatry. Band 221, Nr. 3, September 2022, ISSN 0007-1250, S. 567–576, doi:10.1192/bjp.2022.19 (cambridge.org [abgerufen am 27. Dezember 2024]).