Bischofsherrschaft

Bischofsherrschaft oder „bischöfliche Stadtherrschaft“ bezeichnet eine überwiegend im spätantiken Gallien vorkommende Erscheinung eines auch weltlich bedeutsamen Bischofsamts sowie die Besonderheit einer seit dem ersten Drittel des 5. Jahrhunderts vermehrten Besetzung des Bischofsamts durch die einheimische gallorömische Aristokratie.

Dazu trugen u. a. die spezifischen Gegebenheiten der gallischen Städte mit ihren großen civitas-Territorien bei, deren selbstbewusste Elite sich teils als Gegenpol zur kaiserlichen Zentrale in Italien verstand und im Bischofsamt eine geeignete Möglichkeit zur politischen Betätigung sowie der Bewahrung ihrer gesellschaftlichen Leitungsposition entdeckte.

Die deutsche Geschichtsforschung prägte mit dem Begriff einen auch in englischen oder französischen Forschungspublikationen verwendeten „terminus technicus“.

  1. Werner Eck: Der Einfluss der konstantinischen Wende auf die Auswahl der Bischöfe im 4. und 5. Jahrhundert. In: Chiron. Bd. 8, 1978, hier S. 565f.
  2. Werner Eck: Der Einfluss der konstantinischen Wende auf die Auswahl der Bischöfe im 4. und 5. Jahrhundert. In: Chiron. Bd. 8, 1978, hier S. 583.
  3. Steffen Diefenbach: „Bischofsherrschaft“. Zur Transformation der politischen Kultur im spätantiken und frühmittelalterlichen Gallien. In: Steffen Diefenbach, Gernot Michael Müller (Hrsg.): Gallien in Spätantike und Frühmittelalter. Kulturgeschichte einer Region. Berlin/Boston 2013. https://doi.org/10.1515/9783110260779.91, hier S. 92.
  4. Steffen Diefenbach: „Bischofsherrschaft“. Zur Transformation der politischen Kultur im spätantiken und frühmittelalterlichen Gallien. In: Steffen Diefenbach, Gernot Michael Müller (Hrsg.): Gallien in Spätantike und Frühmittelalter. Kulturgeschichte einer Region. Berlin/Boston 2013. https://doi.org/10.1515/9783110260779.91, hier S. 93.