Bleiglasur

Bleiglasur ist eine durchscheinende, bleihaltige Glasur auf Keramik, bei der die Grundbemalung hindurchscheint. Blei wirkt als Flussmittel, das den Schmelzpunkt einer Glasur stark herabsetzt. Der Scherben braucht dann nicht mehr so hoch erhitzt werden, um eine Dichtigkeit zu erreichen. Das Blei geht aber gerade bei Speisen mit hohem Säureanteil in diese über und schädigt der Organismus. Glasuren mit Bleizusatz wurden schon lange verwendet. Es gibt noch Erzeugnisse aus dem Mittelalter, auch aus Kleinasien, selbst die Römer und andere der Antike kannten diese Glasuren. Bleihaltige Glasuren schmelzen schon bei um die 700° Celsius, vereinfachen so das Herstellen von dichter Keramik. Bleiglasierte Keramik gibt es in vielen Ländern außerhalb der EU noch bis heute. Bis Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden noch Gefäße, die so glasiert sind, in Spanien verkauft oder kamen aus Marokko. Sie wurden häufig von Touristen mitgebracht, erkenntlich am braunen, hochglänzenden Scherben.

Durch die Verwendung von Blei(II)-oxid (historisch: Bleiglätte oder Bleigelb) als Netzwerkwandler wird die Lichtbrechung an der Oberfläche gegenüber anderen Glasuren erhöht, so dass die Farben besonders brillant erscheinen. Bei der Verwendung von Bleiglasuren an Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, werden erhöhte Anforderungen an die Qualität gestellt, um zu verhindern, dass das giftige Bleioxid ausgewaschen werden kann.

  1. Bleiglasur. In: Ceramica CH. 2025, abgerufen am 6. April 2025.
  2. Gustav Weiß: Die historische Entwicklung der Glasurrezepte. Staatliche Museen zu Berlin, abgerufen am 6. April 2025.
  3. bleiglasierte römische Keramik - rhosica vasa. Martin Weiß, abgerufen am 6. April 2025.