Blumau (Südtirol)

Blumau
Italienische Bezeichnung: Prato all'Isarco
Pfarrkirche St. Antonius von Padua
Staat Italien
Region Trentino-Südtirol
Provinz Südtirol (BZ)
Gemeinde Karneid
2. Gemeinde Völs am Schlern
3. Gemeinde Ritten (Gemeinde)
Koordinaten 46° 30′ N, 11° 27′ O
Demonym Blumauer
Patron Antonius von Padua
Kirchtag 13. Juni
Telefonvorwahl 0471 CAP 39053
39050

Blumau (italienisch Prato all’Isarco) ist ein Dorf in Südtirol (Italien) ca. 8 km östlich von Bozen. Es befindet sich im unteren, schluchtartigen Abschnitt des Eisacktals auf 330 m Höhe. Bei Blumau zweigt das Tierser Tal vom Eisacktal Richtung Südosten in die Dolomiten ab. Der kleine Ortskern liegt im engen Talboden an der Einmündung des Tierser bzw. Breibachs in den Eisack.

Der Ortsname – erstmals 1381 als „Plumau“ bezeugt – hat nichts mit „Blumen-Au“ zu tun, sondern entstand aus dem mittelhochdeutschen Wort Blume bzw. Plumme für Holzfloß, da dort das gefällte Holz für die Verflößung in die Po-Ebene zusammengestellt wurde, und dem Suffix -au. Im 17. Jahrhundert ist auch die Bezeichnung „Plamau“ gebräuchlich. Der italianisierte Name Prato all'Isarco, der rückübersetzt (Blumen-)Wiese am Eisack bedeutet, ist damit auch ein typisches Beispiel für die Vorgangsweise bei der Erstellung des Prontuario durch Ettore Tolomei.

Im 18. Jahrhundert wurde vom Tiroler Historiker Anton Roschmann ein bei Blumau aufgefundener römischer Meilenstein des Kaisers Maxentius (frühes 4. Jh.) erstmals beschrieben; er befindet sich heute im Stadtmuseum Bozen.

Bekannt wurde Blumau auch durch die Bierbrauerei von Josef Kräutner (* 1831, Fügen im Zillertal; † 1896, Blumau). Die Kräutner’sche Brauerei wurde 1855 begründet und gehörte im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu den führenden Brauereien Südtirols, ehe sie, seit Josefs Tod von dessen Sohn Ludwig Kräutner geleitet, im Jahr 1924 mit der Brauerei Vilpian der Gebrüder Erwin und Oswald Schwarz aus Bozen zur Brauerei Blumau-Vilpian GmbH fusionierte. Das ca. 12 Hektar umfassende Gelände der 1929 stillgelegten und 1933 vom italienischen Innenministerium übernommenen ehemaligen Brauerei diente den Faschisten von 1940 bis 1943 als Internierungslager Campo di concentramento di Prato Isarco, in dem vorwiegend Kriegsgefangene der alliierten Streitkräfte untergebracht waren. Die patriotische Bewegung Südtiroler Heimatbund versuchte, das Internierungslager zum Konzentrationslager hochzustilisieren, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Gegen die Gleichsetzung des Blumauer Internierungslagers mit einem Konzentrationslager und die damit verbundene Banalisierung der NS-Vernichtungspolitik protestierte die regionale ANPI-Vereinigung.

  1. Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Band 1. Bozen: Athesia 1991. ISBN 88-7014-634-0, S. 55.
  2. Karl Maria Mayr: Archäologisch-epigraphische Notizen. In: Bozner Jahrbuch für Geschichte, Kultur und Kunst, Band 1. Bozen: Vogelweider 1927, S. 143–145 (Digitalisat mit Umzeichnung).
  3. Vgl. das Statut der Brauerei Blumau-Vilpian Gesellschaft m.b.H. in Bozen. Bozen: Tyrolia 1925.
  4. Thomas Vikoler: Die Blumauer Entdeckung. In: Neue Südtiroler Tageszeitung. 14. September 2018, abgerufen am 5. Juli 2019.
  5. 8 settembre, celebrazioni divise e polemiche. In: Alto Adige. 9. September 2018, abgerufen am 21. Juni 2022 (italienisch).