Blutspiel von Melbourne
Als Blutspiel oder Blutbad von Melbourne wurde das Wasserballspiel zwischen Ungarn und der Sowjetunion bei den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne bezeichnet, das in der Geschichte dieses Sports zum wohl bekanntesten und gleichzeitig zu einem der unsportlichsten Aufeinandertreffen zweier Mannschaften bei Olympischen Spielen avancierte. Die Tatsache, dass kurz zuvor der ungarische Volksaufstand von sowjetischen Truppen brutal niedergeschlagen worden war, verlieh dieser Begegnung besondere Brisanz. Der Name des Spiels wurde von den Medien erfunden und bezog sich auf den Ungarn Ervin Zádor, der in dieser Begegnung eine stark blutende Gesichtswunde zugefügt bekam. Ungarns deutlicher 4:0-Sieg wurde zu einem Symbol für den Widerstand gegen die sowjetische Besatzung.
- ↑ Nikola Krastev: Hungary: New Film Revisits 1956 Water-Polo Showdown. In: Radio Free Europe/Radio Liberty. 5. Mai 2005, abgerufen am 6. Dezember 2020 (englisch).
- ↑ Robert E. Rinehart: “Fists flew and blood flowed”: Symbolic Resistance and International Response in Hungarian Water Polo at the Melbourne Olympics, 1956. (pdf, 236 kB) In: Journal of Sport History, 23/2. 1996, S. 120–139, archiviert vom am 5. Januar 2014; abgerufen am 6. Dezember 2020 (englisch).