Bohème
Bohème (Aussprache: [boˈɛːm]) ist ein historischer und literarischer Topos des 19. Jahrhunderts, der das Milieu großstädtischer junger Künstler und Intellektueller – insbesondere solcher des Pariser Quartier Latin – in einen Kontext von Armut, Hunger, Wertschätzung der Freundschaft, Idealisierung der Kunst und Geringschätzung des Geldes stellt.
Von diesem Topos ausgehend, werden als „Bohème“ im übertragenen Sinne oft auch die verschiedensten realweltlichen Subkulturen bezeichnet, insbesondere (aber nicht ausschließlich), wenn sie Züge eines Prekariats aufweisen.
Eine weibliche Angehörige der Bohème ist die Bohemienne, ein männlicher Angehöriger ist der Bohemien.
- 1 2 Anthony Glinoer, Walburga Hülk, Bénédicte Zimmermann: Kulturen des Kreativen – Historische Bohème und zeitgenössisches Prekariat. 2014, abgerufen am 24. Juni 2021.
- ↑ Bohème. In: Klaus Weimar (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Band 1. de Gruyter, Berlin, New York 2007, ISBN 978-3-11-019355-8, S. 241 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).