Bohnenkönig

Der Bohnenkönig (engl. bean king, frz. roi de la fève/le roi-boit, katalanisch tortell de Reis, spanisch roscón de Reyes) bezeichnet den seit dem Spätmittelalter quellenmäßig fassbaren Brauch, am Dreikönigstag oder dessen Vorabend einen König zu wählen und für einen Tag lang gemeinschaftlich sein Königreich zu begehen.

  1. „Tortell de Reis“ (dt. Königskuchen) ist die katalanische Bezeichnung für einen gemeinschaftlich zu essenden, kandierten Hefezopf mit eingebackener Bohne und eingebackenem König. Das Familienmitglied, das die Bohne in seinem Stück Kuchen findet, muss im Folgejahr den „Tortell“ besorgen. Vgl.: Tortell de Reis
  2. Norbert Golluch: Das Buch der zu Unrecht vergessenen Bräuche – Vom Recht der ersten Nacht bis zum Duell. 1. Auflage. Riva, München 2020, ISBN 978-3-7423-1338-6, Bohnenkönig, S. 29 (184 S.): „In weiten Teilen Europas wurde etwa ab dem 14. Jahrhundert am Vorabend des Dreikönigstages, also am 6. Januar, ein König für einen Tag bestimmt, der mit Gefolge und unter allen monarchistischen Ehren Hof hielt. […] etwa im 18. Jahrhundert […] wurde die […] Bohne […] in einen Kuchen eingebacken oder in einer anderen Speise versteckt, und das Königsamt übernahm derjenige, der sie fand.“