Bojken

Bojken (ukrainisch бойки bojky, polnisch Bojkowie, slowakisch Pujďáci) heißen die Angehörigen einer in den Waldkarpaten lebenden Gruppe von Russinen. Traditionell die meisten Bojken leben in den Karpaten, in der Ukraine, insbesondere im Süden der Oblaste Lemberg, und Oblaste Iwano-Frankiwsk, sowie im Norden Transkarpatiens, auch leben sie in Südostpolen, insbesondere in den Kreisen Lesko und Ustrzyki Dolne. Ein großer Teil der Bojken, die früher in Polen lebten, wurde im Rahmen des polnisch-sowjetischen Gebietsaustauschs von 1951 in die Sowjetukraine umgesiedelt. Sie sprechen einen Bojken-Dialekt.

Die polnischen Bojken wurden 1947 zusammen mit den benachbarten Lemken und anderen ukrainischstämmigen in der Aktion Weichsel zwangsweise in den Norden und Westen umgesiedelt.

Im Brockhaus-Konversationslexikon von 1894 heißt es zum Siedlungsgebiet der Bojken: „Die in den galizischen Karpaten wohnenden ruthenischen Gebirgsbewohner von den Quellen des San bis zur Lomnica werden Bojken […] genannt.“

  1. ukrainer.net: Wer sind die Bojken? • Hauptseite. 5. Mai 2019, abgerufen am 16. Juni 2025.
  2. Karpaten. In: Brockhaus Konversations-Lexikon. 14. Auflage. Band 10: K – Lebensversicherung. Brockhaus, Leipzig 1894, S. 187 (retrobibliothek.de).