Bolanden (Adelsgeschlecht)

Die Herren von Bolanden waren das bedeutendste und vornehmste Reichsministerialengeschlecht der deutschen Geschichte. Als Reichsministeriale waren sie vorwiegend im heutigen Rheinhessen, im Donnersbergkreis und im Mittelrheintal begütert. Die Familie bildete mehrere Linien: Die um 1220 abgespaltenen Herren (ab 1397 Grafen) von Falkenstein erloschen 1418 und die Linie der Herren von Hohenfels 1602.

Die Stammlinie der Herrschaft Bolanden wurde 1268 geteilt. Beide Linien hatten zu Beginn des 14. Jahrhunderts keinen männlichen Nachkommen, so dass der Besitz über Töchter an die Linien Bruchsal-Bolanden, die Grafen von Sponheim-Bolanden und an Albrecht von Schenkenberg, den ältesten, unehelicher Sohn von König Rudolf I. von Habsburg. So wurde Luitgard von Bolanden Gräfin von Löwenstein und nach dem Tod von Albrecht in zweiter Ehe eine Markgräfin von Baden.

  1. Jan Ulrich Keupp: "Dienst und Verdienst. Die Ministerialen Friedrich Barbarossas und Heinrichs VI." Stuttgart 2002, S. 106.