Boltzmann-Grad-Grenzwert

Der Boltzmann-Grad-Grenzwert (englisch Boltzmann-Grad limit) ist ein kinetischer Grenzwert eines Vielteilchensystems, der eingeführt wird, um die Boltzmann-Gleichung aus der mikroskopischen Teilchendynamik herzuleiten. Den Grenzwert für ein -dimensionales System erhält man unter der Boltzmann-Grad-Skalierung:

  • die Teilchenanzahl strebt gegen Unendlich,
  • der Durchmesser der Teilchen geht gegen null,
  • gleichzeitig bleibt die Relation konstant (also ).

Der Grenzwert wurde 1949 erstmals von Harold Grad untersucht. Er spielt eine Schlüsselrolle in der Rechtfertigung der Boltzmann-Gleichung und wird deshalb im Rahmen von Hilberts sechstem Problem über die Axiomatisierung der Physik untersucht.

  1. Harold Grad: Principles of the kinetic theory of gases. In: Springer (Hrsg.): Handbuch Physik. Nr. 12, 1958, S. 205294.