Bonner Vereinbarung

Die Bonner Vereinbarung (Bonn Agreement, auch: Petersberg-Abkommen, Langtitel: Vereinbarung über provisorische Regelungen in Afghanistan bis zum Wiederaufbau dauerhafter Regierungsinstitutionen, engl. Agreement on Provisional Arrangements in Afghanistan pending the Re-Establishment of permanent Government Institutions) war eine Absichtserklärung, mit der die erste Afghanistan-Konferenz am 5. Dezember 2001 auf dem Petersberg bei Bonn abgeschlossen wurde. Sie diente dem Aufbau einer neuen staatlichen Struktur (Transition) in Afghanistan unter Leitung der Vereinten Nationen, um die unterschiedlichen Stammesinteressen im Innern zu befrieden.

Mit dem Abkommen wurde der sogenannte Petersberg-Prozess eingeleitet, der seit der Parlamentswahl in Afghanistan 2005 als abgeschlossen gilt.

  1. Übereinkommen über vorläufige Regelungen in Afghanistan bis zur Wiederherstellung dauerhafter staatlicher Institutionen vom 5. Dezember 2001 (Petersberg-Abkommen) (Auszüge). Blätter für deutsche und internationale Politik, März 2002.
  2. Citha D. Maaß: Afghanistan im Umbruch: „Bonner Prozess“ als Modell risikoreicher Stabilisierungspolitik. Stiftung Wissenschaft und Politik 2002, S. 5.
  3. Martina Meienberg: Die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg. In: Nation-Building in Afghanistan. Legitimitätsdefizite innerhalb des politischen Wiederaufbaus. Springer Verlag 2012, S. 99–122. ISBN 978-3-531-19535-3.
  4. vgl. Amitai Etzioni: Vom Stamm zum Staat: Wie man Afghanistan stabilisieren könnte. IP 2010, S. 97–105.
  5. Franz X. Danner: Ratlos am Hindukusch: Nach dem Abschluss des Petersberg-Prozesses hat Berlin kein schlüssiges neues Konzept für seine Afghanistan-Politik. IP 2005, S. 90–95.