Bordesholmer Passionsaltar

Der Bordesholmer Passionsaltar, auch Brüggemannaltar, ist ein von 1514 bis 1521 von Hans Brüggemann gefertigter Flügelaltar. Ursprünglich Hauptaltar der Kirche des Bordesholmer Klosters, steht er seit 1666 im Chor des Schleswiger Domes. Das Altarretabel aus der Übergangszeit zwischen Spätgotik und Renaissance gilt sowohl von der künstlerischen Gestaltung als auch wegen seines umfassenden Bildprogramms als einer der bedeutendsten Altäre in Deutschland.

Im Zentrum steht eine figurenreiche, in zwei Etagen gegliederte Darstellung von Jesu Kreuzigung, umgeben von zehn Szenen der Passionsgeschichte, die zum Teil nach Holzschnitten aus Dürers Kleiner Passion gestaltet sind, und vier dem Thema Eucharistie zugeordnete Szenen in der Predella. Weitere Figuren rahmen die Szenen oder sind in Aufbau und Gesprenge aufgestellt. Insgesamt befinden sich in dem Retabel fast vierhundert geschnitzte Figuren. Zum Altar gehören auch zwei seitlich davon auf Säulen aufgestellte Freifiguren. Der Altaraufsatz ist nicht bemalt. Sämtliche Gemäldetafeln sind leer geblieben, was darauf schließen lässt, dass der Altar nicht fertiggestellt wurde. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Angesichts der sehr feinen, detailreichen Schnitzarbeit ist es aber unwahrscheinlich, dass auch eine Bemalung der Reliefs vorgesehen war.

Obwohl es sich um eins der bekanntesten und bestuntersuchten Kunstwerke in Schleswig-Holstein handelt, sind in der Forschungsgeschichte zahlreiche Fragen weiterhin offen. Selbst der Stifter ist nicht sicher belegt. Insbesondere das Bildprogramm ist immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen.