Brailleschrift

Brailleschrift
Schrifttyp Blindenschrift, Alphabet
Sprachen verschiedene
Erfinder Louis Braille
Entstehung 1825
Abstammung Nachtschrift
Brailleschrift
Unicodeblock U+2800–U+28FF
ISO 15924 Brai

Die Brailleschrift [ˈbʁaɪ̯(l)-] ist eine Blindenschrift, die international von Blinden und stark Sehbehinderten benutzt wird, da sie Schwarzschrift nicht oder nur schwer lesen können. Sie wurde 1825 von dem Franzosen Louis Braille entwickelt. Die Schrift besteht aus Punktmustern, denen ein System von sechs Punkten zugrunde liegt, die meist von der Rückseite her in das Papier eingedrückt werden und somit von vorne als Erhöhungen mit den Fingerspitzen zu ertasten sind.

Dargestellt werden die Zeichen der Brailleschrift durch tastbare Muster, denen ein Raster aus sechs Punkten zugrunde liegt, die in zwei Spalten zu je drei Punkten im Rechteck angeordnet sind. Mit den zwei mal drei Stellen von Tastpunkten sind verschiedene Ausprägungen möglich, die als Schriftzeichen fungieren, um Buchstaben, Ziffern, Leerzeichen und anderes darzustellen.

Die Anzahl von sechs Punkten ergab sich aus der Erfahrung, dass maximal sechs Tasteindrücke gleichzeitig von den Fingern distinktiv unterschieden wahrgenommen werden können. Bei sechs (binären) Punkten ergeben sich 26 = 64 Variationen; damit sind theoretisch 64 verschiedene Muster möglich, von denen allerdings in der Praxis nicht alle als Schriftzeichen Verwendung finden.

  1. https://www.duden.de/rechtschreibung/Brailleschrift
  2. Carl Hans Sasse: Geschichte der Augenheilkunde in kurzer Zusammenfassung mit mehreren Abbildungen und einer Geschichtstabelle (= Bücherei des Augenarztes. Heft 18). Ferdinand Enke, Stuttgart 1947, S. 50.