Brandenburgisch-sächsische Beziehungen

Dieser Artikel über die brandenburgisch-sächsischen Beziehungen (von 1423–1700, 1947–1952, seit 1990) und über die preußisch-sächsischen Beziehungen von 1701 bis 1947 beschreibt zusammengefasst die über 700 Jahre währenden zwischenstaatlichen Handlungen, diplomatischen Ereignisse, dynastischen und vertraglichen Verbindungen der sächsischen und brandenburgischen Staatsgebilde seit der Gründung der Mark Brandenburg durch den askanischen Herzog Albrecht den Bären und der nachfolgenden Teilung des Herzogtums Sachsen in das letztliche askanische Herzogtum Sachsen-Wittenberg 1296. In der Zeit vom Ausgang des 13. Jahrhunderts bis heute unterlagen die Staatsterritorien beider Staaten erheblichen räumlichen Veränderungen. Auch die Staatsform wandelte sich in den über 700 Jahren der Geschichte beider deutscher Länder mehrfach.

Nach einer seit dem 16. und 17. Jahrhundert stetig erfolgten Verdichtung und Ausweitung der Beziehungen wurde der beiderseitige Höhepunkt in den Beziehungen – auch in Bezug auf ihre europäischen Auswirkungen – in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erreicht. Charakteristisch für die Beziehungen beider Staaten danach wurde die Tatsache, dass Sachsen sehr häufig nachteilhafte außenpolitische Entscheidungen traf und somit die meisten Auseinandersetzungen gegen Preußen verlor. Ab dem 19. Jahrhundert fokussierten sich die beiderseitigen Beziehungen mehr auf wirtschaftliche Angelegenheiten, auch weil beide Staaten ab 1870 nur noch Gliedstaaten waren und ab 1919 sämtliche außenpolitisch relevanten Kompetenzen verloren hatten.

Fläche/JahrBrandenburg und PreußenSachsen
historischer Größenvergleich beider Staatswesen
160040.000 km²23.429 km²
1648110.000 km²34.993 km²
1740119.000 km²34.993 km²
1789195.000 km²34.993 km²
1807158.000 km²35.700 km²
1816280.000 km²14.993 km²
1871348.780 km²14.993 km²
195227.612 km²17.004 km²
199029.654 km²18.450 km²
  1. Siehe auch Kurt Hinze: Die Bevölkerung Preußens im 17. und 18. Jahrhundert (…). In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne Preußische Geschichte. Band I, S. 282–315. Wolfgang Köllmann: Demographische „Konsequenzen“ der Industrialisierung in Preußen, ebda, S. 447–465.
  2. Markgrafentum Lausitz, 206,5 Quadratmeilen × 56 = 11.564 km² (Angabe zu den 206,5 Quadratmeilen bei Georg Hassel: Statistischer Umriß der sämtlichen Europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung, Finanz- und Militärverfassung und ihrer außereuropäischen Besitzungen. Zweites Heft. Vieweg, Braunschweig 1805, S. 22 (Digitalisat).)