Bryce-Report

Der Bryce-Report oder The Bryce Report on Alleged German Outrages des britischen War Propaganda Bureau (WPB) schilderte Gräueltaten der deutschen Armee im neutralen Belgien während des Ersten Weltkrieges.

Er wurde vom Committee on Alleged German Outrages (Komitee über mutmaßliche deutsche Grausamkeiten) herausgegeben, das im Dezember 1914 von der Regierung Asquith aus moralischen und auch propagandistischen Gründen initiiert wurde. Als Vorsitzender wurde James Bryce, 1. Viscount Bryce, eingesetzt, weitere Mitglieder waren die Juristen Sir Frederick Pollock, Sir Edward Clarke, Sir Alfred Hopkinson und Sir Kenelm E. Digby, der Historiker H.A.L. Fisher und der Ökonom Harold Cox.

Der Bryce-Report enthält 500 eidesstattliche Zeugenaussagen von Flüchtlingen sowie Auszüge aus 37 deutschen Soldatentagebüchern und hatte den Straßenpreis von einem Penny.

Das Komitee veröffentlichte den in 30 Sprachen übersetzten Bericht am 12. Mai 1915, fünf Tage nach der Versenkung der Lusitania durch ein deutsches U-Boot. Die Befrager der Zeugen erklären ausdrücklich, dass diese nicht manipuliert und verdächtige Aussagen nicht erfasst wurden. Fast alle Aussagen, die an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten gesammelt wurden, enthalten ähnliche Vorwürfe.

  1. Rainer F. Schmidt: Kaiserdämmerung. Berlin, London, Paris, St. Petersburg und der Weg in den Untergang. Klett-Cotta, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-608-11683-0 (E-Book), S. 852.