Buch-Pahlavi
| Buch-Pahlavi | ||
|---|---|---|
| eine der | Pahlavi-Schriften | |
| Schrifttyp | Abdschad | |
| Sprachen | Mittelpersisch, Parthisch (teilw., selten) | |
| Erfinder | Sassaniden | |
| Verwendet in | Vorderasien und Südasien | |
| Offiziell in | Sassanidenreich | |
| Abstammung | Protosinaitische Schrift → Phönizische Schrift → Aramäische Schrift → Buch-Pahlavi | |
| Abgeleitete | Avestische Schrift | |
| Verwandte | Inschriftliche Pahlavi-Schrift, Inschriftliche parthische Schrift, Psalter-Pahlavi-Schrift | |
| Besonderheiten | horizontal von rechts nach links manche Buchstaben kombinieren sich es gibt viele Archaismen und Heterogramme | |
| Unicodeblock | U+10BB0..U+10BDF | |
| ISO 15924 | Phlv | |
Buch-Pahlavi oder Pahlavi-Buchschrift ist eine kursive Variante der Pahlavi-Schrift (genannt auch Pahlavi-Kursivschrift), die zur Sassanidenzeit aus der aramäischen Schrift zur Verschriftlichung der mittelpersischen Sprache abgeleitet wurde. Buch-Pahlavi wurde vor allem zum Verfassen von Büchern und Dokumenten, aber später auch von Inschriften und Münzen verwendet.
Buch-Pahlavi ist sehr komplex. Es gibt keine eindeutigen Zeichen für Vokale. Ein einzelner Buchstabe wird für mehrere Konsonanten verwendet (zum Beispiel n, w, r, und ʿ sind einander gleich). Es gibt viele mögliche kombinierte Buchstaben, die identisch mit anderen (kombinierten) Buchstaben aussehen können. Nur b, z, k, l und t haben immer eindeutigen Formen. Außerdem werden viele Archaismen als auch Heterogramme (mittelpersisch huzwārischn; auch „Aramäogramm“ genannt) in Buch-Pahlavi-Texten verwendet. Überraschenderweise behindern diese selten die Übersetzung.
Aus dem Buch-Pahlavi wurde die avestische Schrift als phonetisches Alphabet mit 52 Zeichen (darunter 15 Vokalzeichen) entwickelt, um die überlieferten heiligen Texte des Avesta als Buch zu verfassen.
- ↑ Anshuman Pandey: Preliminary proposal to encode Book Pahlavi in Unicode. Unicode Consortium, 2018, S. 39 (online). (englisch)
- ↑ Auch Buch-Pehlevi, Buch-Pahlawi, Buch-Pehlewi, Buchpahlavi-Schrift, und Pahlavi der Bücher.
- 1 2 3 Roger D. Woodard: The Ancient Languages of Asia and the Americas. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-68494-1, S. 123. (englisch)
- ↑ Rudolph Peters, Laila Al-Zwaini: Handbuch Der Orientalistik. Band 3. Brill Archive, 1972.
- ↑ Carlo G. Cereti: Die iranischen Sprachen. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran (Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Bonn. Skira editore, Milano, Kunsthistorisches Museum Wien). Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 31–37, hier: S. 32–34.