Buddhismus in Kalmückien

Der Buddhismus ist in Kalmückien seit der Migration der heutigen Kalmücken an die untere Wolga im 17. Jahrhundert die prägende Religion der Region, insbesondere für die ethnischen Kalmücken, die der Region ihren Namen geben. Heute stellt der Buddhismus für die Kalmücken einen bedeutsamen Identitätsmarker dar. Die ursprünglich von den westmongolischen Oiraten abstammenden Kalmücken hatten bereits vor ihrer Wanderung an die Wolga und ihrer damit beginnenden Ethnogenese zum Teil den Buddhismus angenommen. Seitdem folgen sie traditionell der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus und stehen seit ihrer Bekehrung immer wieder in regem Kontakt mit den entsprechenden buddhistischen Zentren in Tibet und heute in Indien, sofern die politischen Gegebenheiten dies erlauben.

Während des 18. und 19. Jahrhunderts nahm das Zarenreich vermehrt Einfluss auf den Buddhismus in Kalmückien. Besonders aber während der Sowjetunion wurde die Ausübung des Buddhismus unter den Kalmücken stark unterdrückt und buddhistische Kulturgüter, allen voran Klöster, weitgehend zerstört. Seit der Zeit der Perestroika kommt es in Kalmückien zu einer Wiederbelebung der buddhistischen Tradition. Es besteht eine Wiederbelebung der Gelug-Schule, aber auch eine Neuorientierung innerhalb der tibetisch-buddhistischen Tradition zu anderen Traditionen.

Zentrale Orte für die Ausübung des Buddhismus sind die churul (kalmückisch: Versammlung, in deutschen Texten auch xurul, englisch khurul), ein Begriff, der heutzutage buddhistische Tempel, Klöster und Zentren bezeichnet und in der Literatur auch rückwirkend auf religiöse Stätten angewendet wird.