Bukowinadeutsche

Die Bukowinadeutschen oder Buchenlanddeutschen (rumänisch Germani bucovineni oder Nemți bucovineni, ukrainisch Буковинські німці Bukovynsʹki nimtsi) sind eine zur deutschsprachigen Minderheit der Rumäniendeutschen und Ukrainedeutschen zählende Volksgruppe, die von etwa 1780 bis 1940 hauptsächlich in der historischen Landschaft Bukowina lebten. Heute sind sie bis auf wenige Einzelpersonen dort kaum noch vertreten. In ihrer rund 150-jährigen Geschichte lebten die Bukowinadeutschen überwiegend in ländlichen Gebieten (als Bauern oder Handwerker, sowohl im Tiefland als auch im Hochland der Bukowina), sie waren jedoch während der österreichisch-ungarischen Zeit auch in bestimmten Städten die erste ethnische Gruppe (neben ihnen wurde auch eine beträchtliche Anzahl deutschsprachiger Juden als Deutsche erfasst). In der Vergangenheit bildeten die Bukowinadeutschen an bestimmten Orten Sprachinseln, wo sie in großer Zahl in der Bukowina lebten und mehrere Dialekte der deutschen Sprache sprachen.

Die Geschichte der deutschen Gemeinde in der Bukowina endete größtenteils mit der „Heim ins Reich“–Umsiedlung, die während des Zweiten Weltkriegs stattfand und auch sie einschloss (und andere ethnisch deutsche Gruppen aus Osteuropa, d. h. die Dobrudschadeutschen, Regatsdeutschen oder Bessarabiendeutschen). Unter den umgesiedelten Bukowinadeutschen (die überwiegende Mehrheit von ihnen war in das damals besetzte Polen umgesiedelt worden) wurde eine relativ hohe Anzahl als 'ungeeignet für eine Ansiedlung' angesehen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten relativ wenige Überlebende der Bukowinadeutschen in die Bukowina zurück. Daher gehört die deutsche Präsenz in der Bukowina eher der Vergangenheit an. Nach dem Übergang Rumäniens vom Königreich zur kommunistischen Volksrepublik, schwankte ihre Zahl zwischen einigen Tausend und einigen Hundert, vor allem im Kreis Suceava, dem größten Teil der Südbukowina.

  1. 1 2 Sophie A. Welsch, The Bukovina-Germans During the Habsburg Period: Settlement, Ethnic Interaction, Contributions. „Immigrants & Minorities“, 1986, S. 83–87 (Karte S. 83) (Memento vom 6. April 2009 im Internet Archive)
  2. Bucovina. Past, present and perspectives, auf der Website der Universität Suceava, abgerufen am 23. Juni 2025 (englisch)
  3. Volkszählungsdaten der Bukowina, abgerufen am 23. Juni 2025
  4. Germanii din Bucovina, Consiliul Județean (CJ) Suceava, abgerufen am 2. Oktober 2025 (rumänisch)
  5. Prof. Mihai Cobziuc: Comunități etnice din Bucovina – germanii. In: Arhiepiscopia Sucevei și Rădăuților. 19. Juli 2021, abgerufen am 12. November 2025 (rumänisch).