Bulgarisch-griechischer Kirchenkampf

Als Bulgarisch-griechischer Kirchenkampf oder auch griechisch-bulgarischer Kirchenstreit wird der Kampf der Bulgaren gegen das griechisch geprägte ökumenische Patriarchat von Konstantinopel bezeichnet, welches als Teil des osmanischen Millet-Systems für die Bulgaren innerhalb des Reiches zuständig war. Der Kampf war Teil der bulgarischen Kirchenfrage die im Zuge der bulgarischen Wiedergeburt entstand, die Bewegung der bulgarischen Bevölkerung des Osmanischen Reiches für ein eigenständiges Millet und für eine eigenständige Kirchenorganisation. Die Errichtung der Bulgarisch-katholischen Kirche 1851 und vor allem die Bildung des bulgarischen Millets und die Wiedererrichtung der Bulgarisch-orthodoxen Kirche von Sultan Abdülaziz im Jahre 1872 führten zur Verschärfung des Kirchenkampfes. Da das Schulwesen der jeweiligen Kirche unterstand, ist der Kampf um unabhängige Schulen, in denen Bulgarisch unterrichtet wird, mit dem Kirchenkampf eng verflochten.

  1. Wolf Oschlies: Bozveli, Neofit Chilendarski , in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. München 1976, S. 310–312
  2. Konstantin Jireček: Geschichte der Bulgaren, 2008, S. 541, 544, ISBN 978-3938-4021-15
  3. Otto Neurath: Gesammelte ökonomische, soziologische und sozialpolitische Schriften, Band 2, Hrsg.: Rudolf Haller und Thomas Uebel, Neuauflage, LIT Verlag Münster, S. 522, ISBN 978-3643-5103-96