Bundesbuch

Das Bundesbuch (hebräisch סֵפֶר הֲבְּרִית Sefer ha-Berit, deutsch Buch des Bundes) ist die in der Wissenschaft übliche Bezeichnung für eine im Buch Exodus enthaltene Zusammenstellung von Gesetzen, deren Name aus Ex 24,7  entnommen ist. Meist wird seine Abgrenzung mit Ex 20,19–23,33  angegeben.

Dies entspricht weitgehend dem jüdischen Wochenabschnitt Mischpatim („Gesetze“, Ex 21,1–24,18 ), der in der jüdischen Leseordnung der schriftlichen Tora auf den Abschnitt Jitro, unter anderem mit dem Dekalog (die Zehn Gebote, hebräisch עֲשֶׂרֶת הַדִּבְּרוֹת aseret ha-dibberot), folgt.

Nach einer Einführung folgen Bestimmungen zum Zivilrecht, zum Strafrecht und Gesetze zu kultischen Fragen. Kapitel 24 endet mit der Erzählung über den Bundesschluss des Volkes Israel mit JHWH, daher auch der Name. Diese Kapitel werden oft als ursprünglich selbständige Gesetzessammlung interpretiert.

Das in 2 Kön 23,3  erwähnte, ebenso benannte ‚Buch des Bundes‘ wird dagegen meist mit dem Deuteronomium in Verbindung gebracht.

Außerdem bezeichnet „Bundesbuch“ auch eine antike jüdische Schrift, die aus Zitaten bei Didymos dem Blinden bekannt ist.

  1. Die Unterscheidung in mündlicher und schriftlicher Tora und die daraus resultierenden Folgen zwischen
    • der mündlichen (hebräisch תּוֹרָה שֶׁבַּעְפֶּה Tora Shebe'al Peh) und
    • der schriftlichen Tora (hebräisch תּוֹרָה שֶׁבִּכְתָב Tora Schebichtaw)
    ist die zentrale Thematik im rabbinischen Judentum. Beide Torateile, die Torot, sind als göttliche Offenbarung zu verstehen, jedoch unterscheiden sie sich sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Bedeutung und Anwendung.