Buridans Esel

Buridans Esel ist ein philosophisches Gleichnis, das auf den persischen Philosophen Al-Ghazālī (1058–1111) zurückzuführen ist und im Vorfeld von Aristoteles (384 - 322 vor Christus) mit Männern statt Eseln gestellt wurde. In seinem Hauptwerk Die Inkohärenz der Philosophen schreibt Al-Ghazālī:

„Wenn ein durstiger Mann auf zwei verschiedene Becher Wasser zugreifen kann, die für seine Zwecke in jeder Hinsicht gleich sind, müßte er verdursten, solange einer nicht schöner, leichter oder näher an seiner rechten Hand ist […].“

Das Buridansche Paradoxon beschreibt eine ähnliche Situation, die systemisch einen Deadlock darstellt:

„Ein Esel steht zwischen zwei gleich großen und gleich weit entfernten Heuhaufen. Er verhungert schließlich, weil er sich nicht entscheiden kann, welchen er zuerst fressen soll.“

  1. Al-Ghazālī: Tahafut Al-Falasifah/Incoherence of the Philosophers. Übersetzt von Sabih Ahmad Kamali, 2. Auflage. Lahore 1963, S. 25 f.; ghazali.org (PDF; 14 MB).
  2. Buridans Esel. Leibniz Universität Hannover, 27. November 25, abgerufen am 14. April 2026.
  3. Buridans Esel. Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Wirtschaft, Institut für Wirtschaftsinformatik, abgerufen am 14. April 2026.