Cabaret Voltaire

Das sogenannte Cabaret Voltaire gilt als Geburtsort der Dada-Bewegung. Die künstlerischen Veranstaltungen, die von Februar bis Juni 1916 in der Spiegelgasse 1 in Zürich stattfanden, wurden von einer Gruppe um Hugo Ball und Emmy Hennings organisiert. Der Name bezog sich auf die literarische Tradition um Voltaire und wurde als Bezeichnung des künstlerischen Programms verwendet. Im Jahr 1916 befanden sich im Erdgeschoss und Parterre des Gebäudes die „Meierei“ (auch „Holländische Meierei“ genannt), der obere Saal diente als Veranstaltungsraum.

Im Mai 1916 erschien die Anthologie Cabaret Voltaire, in der der Begriff Dada erstmals gedruckt wurde. Während der kurzen Existenz des Cabaret Voltaire von Februar bis Juni 1916 wurden wesentliche Ausdrucksformen der Dada-Bewegung entwickelt. Am 14. Juli 1916 fand im Zunfthaus zur Waag der erste Dada-Abend außerhalb des Cabarets statt.

Das Gebäude an der Spiegelgasse stand lange Zeit leer. Seit 1966 erinnerte eine Gedenktafel an das Cabaret Voltaire. Nach dem Verkauf der Liegenschaft im Jahr 2001 kam es 2002 zu einer Hausbesetzung und politischen Initiativen, um den Ort zu erhalten. Die Stadt Zürich entschied schließlich, das Gebäude zu mieten und mit Unterstützung der Swatch AG als Hauptsponsorin ein Dada-Haus einzurichten. Nach dem Umbau wurde das Dada-Haus Cabaret Voltaire am 29. September 2004 als Dokumentations- und Ausstellungsstätte sowie als Plattform für zeitgenössische Kunst eröffnet. In der heutigen Nutzung kombiniert das Haus einen Café-/Bar-Betrieb, Veranstaltungsräume (historischer Saal/Hinterzimmer), eine Bibliothek und einen Ausstellungsraum (Gewölbekeller/Krypta) für wechselnde Präsentationen.

  1. 1 2 3 »Dichten wir das Leben täglich um« Das Cabaret Voltaire – Verbrecher Verlag. Abgerufen am 27. Januar 2026.
  2. Salome Hohl, Cathérine Hug, Elena D’Amato, Franziska Lentzsch, Cabaret Voltaire, Kunsthaus Zürich: Pocket Guide Dada Stadt Zürich Cabaret Voltaire, Kunsthaus Zürich. Zürich 2021, ISBN 978-3-906269-31-3.