Calpurnius Galerianus
Calpurnius (Piso) Galerianus († Ende 69 oder Anfang 70 n. Chr.) war ein römischer Aristokrat der frühen Kaiserzeit.
Galerianus war der – wahrscheinlich adoptierte – Sohn des Gaius Calpurnius Piso, der im Jahr 65 die nach ihm benannte Pisonische Verschwörung gegen Kaiser Nero anführte und sich nach deren Scheitern das Leben nahm. Über seine Mutter ist nichts bekannt. Er war zudem Vetter und Schwiegersohn des Lucius Calpurnius Piso, Konsul im Jahr 57 und 69/70 Prokonsul der Provinz Africa. Tacitus beschreibt Galerianus als jungen Mann von ansehnlicher Erscheinung (decora iuventa), der jedoch politisch völlig passiv war und keinerlei Aktivitäten unternommen habe (nihil ausus).
Ende des Vierkaiserjahres 69, nach dem Einzug des Gaius Licinius Mucianus in Rom und der faktischen Machtübernahme durch die Flavier, wurde Galerianus zur Zielscheibe der neuen Machthaber. Sein berühmter Name und seine ansehnliche jugendliche Erscheinung wurden vom Gerede des Volkes immer wieder aufgegriffen. Laut Tacitus gab es in der noch immer unruhigen Stadt, die sich an neuen Gerüchten erfreute, Menschen, die ihm in leerer Einbildung den Ruf eines Princeps andichteten. Auf Befehl des Mucianus wurde er von einer Militärwache umstellt; damit seine Hinrichtung in der Stadt selbst nicht zu sehr auffiel, wurde er an der Via Appia, vierzig Meilen vor der Stadt, durch Öffnen der Adern getötet. Die Hinrichtung verbreitete großen Schrecken in der Bevölkerung.