Calvinismus
Der Begriff Calvinismus wird uneinheitlich gebraucht. Er ist einerseits eine Fremdbezeichnung der frühen Lutheraner für die aus der Schweizer Reformation hervorgegangene reformierte Kirchenfamilie, zu der auch Presbyterianische Kirchen und Kongregationalisten gehören. Als Calvinismus werden andererseits das theologische System Johannes Calvins (1509–1564) und der Genfer Akademie bezeichnet, die maßgeblich durch die Lehren der Reformatoren Huldrych Zwingli, Heinrich Bullinger, Martin Bucer und Philipp Melanchthon beeinflusst wurden. Über die Theologie hinaus werden sowohl die konservativen als auch die innovativen Weiterentwicklungen der Reformierten in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur bis in die Gegenwart bezeichnet. Obwohl im französischen Sprachraum der Alten Eidgenossenschaft (heute: Schweiz) und Frankreichs entstanden, hatte der Calvinismus am meisten Einfluss in den Niederlanden, Schottland, im Osten Ungarns und in den USA. Mit dem Calvinismus werden wie im Puritanismus eine starke Ehrfurcht vor Gott und der Bibel, eine hohe Arbeitsmoral, persönlicher Erfolg und eine gesellschaftliche Verantwortung verbunden.
- ↑ Olivier Fatio: Calvinismus. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- ↑ Matthias Freudenberg: Calvinismus, Website staatslexikon-online.de (8. Juni 2022, abgerufen am 18. März 2025)
- ↑ Thomas Greif: Reformation in Europa. Genf: Von der Hochburg des Calvinismus zur Metropole, Website Sonntagsblatt.de (4. Dezember 2016, abgerufen am 19. März 2025)
- ↑ Sabine Witt mit Herbert A. Gornik: Ist Calvinismus, was von Calvin übrig blieb?, Website deutschlandfunkkultur.de (4. April 2009, abgerufen am 18. März 2025).