Chemtrail

Chemtrails [ˈkem.treɪlz] (anhören, Kofferwort aus englisch Chemicals für „Chemikalien“ und Contrails für „Kondensstreifen“, zu deutsch etwa „Chemikalienstreifen“) sollen eine spezielle Art von Kondensstreifen sein, die gemäß den zugehörigen Verschwörungstheorien der absichtlichen weltweiten Ausbringung von giftigen Chemikalien und Zusatzstoffen dienen. Es wird behauptet, dass Chemtrails langlebiger als normale Kondensstreifen seien und sich flächiger ausbreiten würden. Auf Kondensstreifen zurückgehende, sich weiter ausbreitende Cirruswolken sind jedoch als Contrail-Cirrus wohlbekannt.

Von Chemtrails zu unterscheiden ist die Hagelabwehr durch Agrarflieger sowie der militärische Einsatz von Entlaubungsmitteln (siehe hierzu z. B. Agent Orange). Auch der Treibstoffschnellablass oder Rauchpatronen beim Kunstflug sind keine Themen der Chemtrail-Anhänger.

Als Motiv für Chemtrails werden unter anderem Geoengineering, eine gezielte Bevölkerungsreduktion oder militärische Zwecke behauptet. Die Verschwörungstheorie ist spätestens seit 1996 im Internet verbreitet.

Laut deutschem Umweltbundesamt gibt es weder für das Ausbringen von Chemikalien noch für auffällig geänderte Kondensstreifen wissenschaftliche Belege. Nichtregierungsorganisationen, Meteorologen und staatliche Institutionen haben ähnliche Stellungnahmen veröffentlicht, was die Beliebtheit und Verbreitung der „reinen Fiktion“ bislang nicht verringern konnte.

  1. 1 2 Peter Knight: Conspiracy Theories in American History: An Encyclopedia. ABC-CLIO, 2003, ISBN 978-1-57607-812-9 (google.de [abgerufen am 19. März 2023]).
  2. 1 2 Manipulation „under cover“. Abgerufen am 19. März 2023.
  3. 1 2 3 Chemtrails - Gefährliche Experimente mit der Atmosphäre oder bloße Fiktion? Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. November 2018.
  4. Michael Kneissler: 'Verschwörung am Himmel?' (Memento vom 2. September 2012 im Internet Archive) P.M. Magazin 01/2012.
  5. Florentine Dame: Kachelmann will Chemtrail-Gläubige weiter als Nazis bezeichnen dürfen. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 27. März 2012, abgerufen am 19. März 2023 (deutsch).