Chinesische Alchemie
Chinesische Alchemie kommt im Kontext des Daoismus (geschrieben auch Taoismus) vor. In chinesischen Quellen wird die Alchemie häufig Jindan zhi dao (chinesisch 金丹之道, Pinyin jīndān zhī dào) genannt, „Weg des Goldenen Elixiers“. Der Begriff Elixier bezieht sich auf das Lebenselixier oder Elixier der Unsterblichkeit. Chinesische Alchemie, die sich von der ägyptischen, hellenistischen bzw. griechischen und mitteleuropäischen Alchemie unterscheidet, wird in modernen Forschungen unterteilt in Waidan und Neidan. Waidan (外丹, wàidān – „äußerer Zinnober, äußeres Elixier“) bezeichnet die chinesische Alchemie in ihrer äußeren Form, im Gegensatz zu Neidan (内丹, nèidān – „innerer Zinnober, inneres Elixier, [anablastemisches] Enchynoma“), der inneren Alchemie. Die beiden Begriffe entwickelten sich jedoch im Neidan selbst, der damit zunächst bestimmte Stufen der Praxis der Alchemie bezeichnete. Die ursprünglich auf praktischen Grundlagen beruhende, im 5. Jahrhundert in ihr goldenes Zeitalter eintretende und ab dem 9. Jahrhundert ihren Niedergang erlebende chinesische Alchemie hatte sich bis zum 13. Jahrhundert beinahe vollständig in eine Meditationstechnik verwandelt, wobei der alchemistische Prozess zur Herstellung eine Elixiers nicht mehr in einem Laboratorium, oft in der Einsamkeit der Berge und Wälder, stattfand, sondern allenfalls als eine Art physiologische Alchemie im zu verjüngenden Körper des Adepten stattfindend angesehen wurde.
- ↑ Fabrizio Pregadio (Hrsg.): The Routledge Encyclopedia of Taoism. Band I. London (u. a.) 2008, S. 551.
- ↑ Fabrizio Pregadio (Hrsg.): The Routledge Encyclopedia of Taoism. Band II. London (u. a.) 2008, S. 1002.
- ↑ Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher’s Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 98, 174, 177, 206–207 und 213–218.