Chinesischer Bürgerkrieg

Chinesischer Bürgerkrieg
Teil von: Dem Zwischenkrieg und dem Kalten Krieg

Im Uhrzeigersinn von oben: Kommunistische Truppen in der Schlacht von Siping; muslimische Soldaten der NRA; Mao Zedong in den 1930er Jahren; Chiang Kai-shek inspiziert Soldaten; KPCh-General Su Yu inspiziert die Truppen kurz vor dem Menglianggu-Feldzug
Datum 1. August 1927 bis 7. Dezember 1949
Ort Festlandchina (inklusive Hainan)
Burma
Casus Belli Streit um die Führung des Landes
Ausgang Sieg der Kommunisten
Friedensschluss nein
Folgen Kleinere Aufstände in den 1960er Jahren
Beginn des Taiwan-China-Konflikts
Ausruf der Volksrepublik China
Rückzug der Regierung der Republik China nach Taiwan
Konfliktparteien

1927–1937:
Republik China


1946–1949:
Republik China


1949–1961:
Republik China

1927–1937:
Kommunistische Partei Chinas

  • Chinesische Rote Armee
  • Chinesisch-Sowjetische Republik (1931–1937)
    • Jiangxi-Fujian-Sowjetunion (1933–1934)

Regierung der Bevölkerung Fujians (1933–1934)

Unterstützt durch:
Sowjetunion
Komintern


1946–1949:
Kommunistische Partei Chinas

  • Truppen und Milizen der „befreiten Zone“
  • Innermongolische Volksrepublik (1945)
  • Volksbefreiungsarmee

Republik Ostturkestan (1944–1946)


1949–1961:
Volksrepublik China

Befehlshaber
Chiang Kai-shek
Weitere Anführer
Bai Chongxi
Chen Cheng
Li Zongren
Yan Xishan
He Yinqin
Hu Zongnan
Gu Zhutong
Wei Lihuang
Du Yuming
Sun Li-jen
Fu Zuoyi
Liu Zhi
Xue Yue
Wang Yaowu
Tang Enbo
Huang Baitao
Zhang Lingfu
Zhang Xueliang
Feng Yuxiang (bis 1930)
Mao Zedong
Truppenstärke

~4.300.000 (Juli 1945)
~3.650.000(Juni 1948)
~1.490.000 (Juni 1949)

~1.200.000 (Juli 1945)
~2.800.000 (Juni 1948)
~4.000.000 (Juni 1949)

Verluste

~1.500.000 (1948–1949)

~250.000 (1948–1949)

Totenzahl inklusive Zivilisten:
~7.000.000 (1928–1937)
~2.500.000 (1945–1949)

Der Chinesische Bürgerkrieg war ein militärischer Konflikt von 1927 bis 1949 um die politische Führung im Lande. Er brach nach der kurzen, weltweiten Ära bürgerlicher Revolutionen des beginnenden 20. Jahrhunderts aus, die sich im nachrevolutionären China durch eine häufige Abfolge bürgerlicher Regierungen der Beiyang-Zeit sowie wechselnde Allianzen von Warlords auszeichnete. Der insgesamt 22 Jahre dauernde Bürgerkrieg wurde durch Pausen wie das Stillhalteabkommen 1937–1946 während der japanischen Invasion unterbrochen (siehe Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg) und endete erst in der Ära des Kalten Krieges.

Protagonisten in diesem Konflikt waren der rechte Flügel der Kuomintang unter Chiang Kai-shek, der die seit 1912 bestehende Republik China als Generalissimus, zeitweiliger Präsident und Premierminister anführte, und die dagegen ankämpfende Kommunistische Partei Chinas unter Mao Zedong. Diese Gruppen hatten zuvor in der sogenannten Ersten Einheitsfront (1923 bis 1927) und in der Gegenregierung von Kanton kooperiert, doch zerbrachen diese Allianzen aus mehreren Gründen. Der linke Flügel der Kuomintang unter Wang Jingwei beteiligte sich nicht an der Seite Chiangs.

Während den Kommunisten mit ihrem Sieg nach über zwei Jahrzehnten die Errichtung der Volksrepublik China als neues Staatssystem gelang, musste sich die Kuomintang mit der bisherigen chinesischen Regierung auf die früher als Formosa bekannte Insel Taiwan zurückziehen und etablierte dort die Republik China auf Taiwan, die bis 1971 noch mehrere Jahrzehnte lang den meisten Staaten als legitimer Vertreter Chinas galt. Der Bürgerkrieg hatte nicht nur Bedeutung auf nationaler Ebene. Die Komintern und ausländische Mächte (vor allem Sowjetunion und USA) unterstützten die Kriegsparteien, um ihren jeweiligen Einfluss in China zu sichern.

  1. Xiaobing Li: China at War. S. 295. ISBN 978-1-59884-415-3.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Joseph Cummins: The War Chronicles, From Flintlocks to Machine Guns: A Global Reference of All the Major Modern Conflicts. 1. Auflage. Fair Winds Press, Beverly, Massachusetts 2009, ISBN 978-1-59233-305-9, S. 282–299 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Joseph Cummins: History’s Greatest Wars: The Epic Conflicts that Shaped the Modern World. 1. Auflage. Fair Winds Press, Beverly, Massachusetts 2011, ISBN 978-1-59233-471-1, S. 232–243 (englisch).