Chipkrise
Der umgangssprachliche Begriff Chipkrise oder Halbleiterkrise bezeichnet eine spezifische Wirtschaftskrise oder Situation innerhalb der Halbleiterindustrie und beschreibt eine meist negative wirtschaftliche Veränderung.
In den Medien wird meist der Mangel oder Lieferprobleme an „Chips“ thematisiert. Andere Probleme, z. B. die Qualität oder Fragen der Technologie innerhalb der hochkomplexen Produktion von Halbleitern oder Mikroelektronik, sind damit nicht gemeint. Im Zusammenhang mit der „Chipkrise“ werden jedoch auch wirtschaftspolitische Situationen beschrieben, beispielsweise der Taiwan-Konflikt und die damit verbundenen Risiken für den Produktionsstandort sowie die möglichen, teilweise sicherheitskritischen Auswirkungen auf andere Industrien.
Die „Chipkrise“ wurde besonders in den Jahren 2020 bis 2023 zu einem zentralen Thema, da sie in Wechselwirkung mit anderen Industrien stand, die Halbleiter verarbeiten oder integrieren, insbesondere der Automobilindustrie. Die Krise begann etwa im Jahr 2020 mit der Coronapandemie, und während dieser Zeit eskalierte auch der Ukraine-Konflikt. Fachleute prognostizierten ab 2023 eine Entspannung der Lage.
Insgesamt ist die Halbleiterindustrie eine Multimilliarden-Dollar-Industrie, deren Produkte für moderne Schlüsseltechnologien benötigt werden – insbesondere in der Unterhaltungselektronik, der Computerindustrie und seit Jahrzehnten auch in der Automobilindustrie. Außerdem betrifft dies alle anderen Branchen, die komplexe Elektronik integrieren, einschließlich der sicherheitskritischen Rüstungsindustrie. Infolgedessen bestehen zahlreiche Szenarien, die weit über einen Mangel an Chips hinausgehen.
- ↑ Wassen Mohammad, Adel Elomri, Laoucine Kerbache: The Global Semiconductor Chip Shortage: Causes, Implications, and Potential Remedies. In: IFAC-PapersOnLine. Band 55, Nr. 10, 2022, S. 476–483, doi:10.1016/j.ifacol.2022.09.439 (englisch, elsevier.com [abgerufen am 26. Oktober 2025]).