Chloramphenicol

Strukturformel
Allgemeines
Freiname Chloramphenicol
Andere Namen
  • Levomycetin
  • D-Threo-2-dichloracetamido-1-(4-nitrophenyl)-propan-1,3-diol
  • d-threo-l-p-Nitrophenyl-2-dichlor-acetylaminopropandiol (1,3)
  • (1R,2R)-2,2-Dichlor-N-(1,3-dihydroxy-1-(4-nitrophen-1-yl)-prop-2-yl)acetamid
Summenformel C11H12Cl2N2O5
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 56-75-7
EG-Nummer 200-287-4
ECHA-InfoCard 100.000.262
PubChem 5959
ChemSpider 5744
DrugBank DB00446
Wikidata Q274515
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Wirkstoffklasse

Antibiotikum

Eigenschaften
Molare Masse 323,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,7 g·cm−3

Schmelzpunkt

150 °C

Löslichkeit
  • schlecht in Wasser (2,5 g·l−1 bei 25 °C)
  • gut in polaren organischen Lösungsmitteln
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 318351361fd
P: 202280305+351+338308+313405501
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Chloramphenicol ist ein Breitbandantibiotikum, das natürlich in Bakterien der Gattung Streptomyces vorkommt. Es wurde in den 1940er-Jahren entdeckt und war das erste synthetisch produzierte Antibiotikum. Die Wirkung basiert auf der Interaktion mit bakteriellen Ribosomen unter Blockade der Proteinbiosynthese. Medizinisch wird es aufgrund teilweise schwerwiegender Nebenwirkungen (aplastische Anämie) heute nur noch wenig genutzt, Ausnahme sind Anwendungen im Bereich schwerer Infektionskrankheiten sowie in Human- und Tiermedizin topisch bei Infektionen am Auge. In der Molekularbiologie wird eine Resistenz gegen Chloramphenicol häufig als Selektionsmarker genutzt.

  1. INN Recommended List 01. World Health Organisation, 9. Mai 1955, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  2. Neue Präparate: Leukomycin. In: Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. XXIV.
  3. 1 2 3 4 5 6 Eintrag zu Chloramphenicol in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. Januar 2024. (JavaScript erforderlich)
  4. 1 2 3 Eintrag zu Chloramphenicol. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 30. Mai 2014.