Chronische myeloische Leukämie

Klassifikation nach ICD-10
C92.1 Chronische myeloische Leukämie
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-O-3
9863/3 Chronische myeloische Leukämie o. n. A.
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ICD-O-3, zweite Revision (2019)

Die chronische myeloische Leukämie (abgekürzt CML), auch chronisch-myeloische Leukämie und (seltener) chronische Myelose genannt, ist eine chronische Leukämie, die mit einer starken Vermehrung von Leukozyten (weißen Blutkörperchen), speziell von Granulozyten und ihren Vorstufen, im Blut und im blutbildenden Knochenmark einhergeht. Die Erkrankung ist in der Anfangsphase häufig symptomlos.

Die CML gehört zur Gruppe der myeloproliferativen Neoplasien (MPN), also Krankheiten, die aus einer (genetischen) Störung der im Knochenmark vorzufindenden hämatopoetischen Stammzellen resultieren. Bei der von Rudolf Virchow im Jahr 1845 beschriebenen und erstmals mit dem Namen Leukämie belegten Erkrankung handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine CML.

Durch den Einsatz neuerer tumorspezifischer Medikamente, den sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren, seit etwa der Jahrtausendwende haben sich die Prognose und die Behandlungsformen der CML deutlich gewandelt und die Erkrankung ist in vielen Fällen gut und verhältnismäßig nebenwirkungsarm behandelbar geworden. Die CML ist durch diesen Einsatz sogenannter zielgerichteter Therapien (englisch targeted therapies) geradezu zu einer Modellerkrankung für die ganze Hämatologie oder Tumortherapie im Allgemeinen geworden.

  1. Chronische myeloische Leukämie Leitlinie. Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), September 2013, abgerufen am 19. März 2016.
  2. Junia V. Melo, David J. Barnes: Chronic myeloid leukaemia as a model of disease evolution in human cancer. In: Nature Reviews Cancer. Band 7, 2007, S. 441–453, PMID 17522713 (nature.com [abgerufen am 8. August 2011]).