Claudine

Claudine (lat. claudere „schließen“) sind eine Gruppe von Proteinen, die der wichtigste Bestandteil der in Deckgeweben (Epithelien) vorkommenden Zellverbindungen, den so genannten Tight junctions, sind. Epithelien bedecken die Körperoberflächen von vielzelligen tierischen Lebewesen und begrenzen auch das Lumen der Organe. Claudine verschließen in den Epithelien die Zwischenräume zwischen Zellen und ermöglichen eine Kontrolle des Flusses von Stoffen durch den Zellzwischenraum. Sie bilden somit eine Art Versiegelung zwischen den Zellen („parazelluläre Barriere“), die in Epithelien benötigt wird, damit Ionen und Moleküle die Organe nicht frei passieren können. Eine Aufrechterhaltung eines bestimmten Milieus einzelner Kompartimente (wie beispielsweise pH-Werte von 1 bis 2 im Magen) wäre ohne diese parazellulären Barrieren nicht möglich. Dabei gibt es neben den zahlreichen vorwiegend abdichten Claudinen auch einige, die parazelluläre Kanäle ausbilden. Hierbei gibt es kationen-selektive (z. B. Claudin 2, 10b und 15), anionen-selektive (Claudin 10b und 17) Claudine und welche, die außerdem wasserdurchlässig sind (Claudin 2 und 15).

  1. Tight junction, selective permeability, and related diseases. In: ScienceDirect. Elsevier, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).