Cristoforo Moro
Cristoforo Moro (* zweite Jahreshälfte 1390 in Venedig; † 9. November 1471 ebenda) war, folgt man der Zählweise der staatlich gesteuerten Geschichtsschreibung der Republik Venedig, ihr 67. Doge. Er regierte vom 12. Mai 1462 bis zu seinem Tod neuneinhalb Jahre lang.
Moros frühe Ämterlaufbahn ist in den Quellen nicht sicher zu ermitteln. Ab 1429 übernahm er eine Reihe von Ämtern auf dem oberitalienischen Festland, der Terraferma, gelangte in den Rat der Zehn, vertrat als Dogenrat das Sestiere Santa Croce, einen der sechs Stadtteile der Kernstadt. Er wurde einer der Adligen, die im Jahr 1457 den Dogen Francesco Foscari stürzten.
Im Jahr 1463 begann der 16 Jahre anhaltende Krieg mit dem Osmanenreich. Dem byzantinischen Humanisten Bessarion verdankt Venedig eine großzügige Schenkung, die den Grundstock der heutigen Marciana-Bibliothek bildet (1468). Unter Moro wurde die Entwicklung zu einer aristokratischen Verfassung der Republik Venedig vollendet.